Mannheim

„Jugend forscht“ Drei Siege in Chemie, Geowissenschaften und Technik / Mitleid mit dem Reinigungsteam lässt Putzroboter entstehen / Abbaubare Plastikfolien

Asiatische Stauden passen sich am besten an

Archivartikel

Das Arbeitspensum von Maria Yemane ist beeindruckend. Zwei Jahre lang ging die Geschwister-Scholl-Schülerin fast täglich zu einer zwölf Quadratmeter großen Fläche in die Anna-Sammet-Straße im Rott. Dort hatte sie rund 120 asiatische, amerikanische und europäische Stauden gepflanzt – um zu klären, welche Pflanzenmischungen am besten die Klimaveränderungen verkraften.

Dazu gehörten umfangreiche Untersuchungen zu verschiedenen Jahreszeiten, aber Temperatur und Feuchtigkeit im Boden und in der Luft dokumentierte die inzwischen 17-Jährige Tag für Tag: „Auch in den Sommerferien, so dass ich zu Hause bleiben musste“, berichtet sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Einige wenige Ausnahmen gab es: „Zur Not konnte ich meinen Bruder schicken“, lacht sie.

Stadtverwaltung interessiert

Der Aufwand hat sich aus ihrer Sicht am Ende gelohnt: „Die asiatischen Stauden sind am besten geeignet“, hat sie festgestellt. Zumal sie auch pflegeleicht seien. Gerade darauf lege nicht zuletzt die Stadt Mannheim wert. Sie habe die Testfläche zur Verfügung gestellt – und verfolgt auch höchst interessiert die Arbeit von Maria, die ihr gesamtes Material wie Kies und Pflanzen auch noch selbst finanzierte. Die Stadtverwaltung wolle „das Projekt jetzt von ihren Auszubildenden betreuen lassen“, berichtet die 17-Jährige, die weiterhin als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht – ehrenamtlich.

Das Ludwig-Frank-Gymnasium (LFG) besitzt vier Treppenhäuser mit jeweils 104 Stufen. Jede dieser Stufen werde jeden Tag aufwendig von den Raumpflegekräften gesäubert, haben Fatima Zehra Ulu (17) und Michelle Möst (14) beobachtet. Muss das sein, fragten sie sich. Und begannen mit der Entwicklung eines „sauberen Aufsteigers“ – ihrem Treppenputzroboter. Gerade im Winter, sagt Fatima, sei die Treppe alle paar Minuten wieder feucht und drohe zu einer Gefahr zu werden. Ein Roboter, der ständig im Einsatz sei, könne eher „verhindern, dass jemand ausrutscht und hinfällt“. Noch steht der Praxistest aus, aber die Elektronik ist bereits hoch entwickelt – das Gerät steckt voller empfindlicher Sensoren. Die Arbeit damit ist für die beiden jungen Frauen kein Problem. „Dafür habe ich mich schon als kleines Kind interessiert“, erzählt Michelle. Und bei Fatima? „Mein Vater ist Elektrotechniker, das wurde mit in die Wiege gelegt.“ Bis zum Landeswettbewerb Ende März soll der Praxistest gelaufen sein. Einen Einsatz können sich die beiden nicht nur in ihrer Schule, sondern auch in Hochhäusern oder bei großen Firmen vorstellen.

Biologisches Plastik aus Chitosan – einem Stoff, der aus Pilzen gewonnen werden kann – stellten Anastasia Kovalenko (15), Samuel Pickford (14) und Lucas Schröder (15) her. „Plastik fachgerecht zu entsorgen ist aufwendig. Deshalb überlegten wir uns eine biologische Alternative“, berichten die Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Die Folie, die sie produziert haben, kommt unter anderem im Schulalltag zum Einsatz. Vor allem ist sie biologisch komplett und schnell abbaubar. bhr

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