Mannheim

UMM Ermittlungen gegen Klinikum wegen Umsatzsteuer

Auch Privathäuser durchsucht

Archivartikel

„Steuerfahnder beschlagnahmen Akten im Klinikum“ titelte der „MM“ vor einer Woche. Wegen des Verdachts nicht abgeführter Umsatzsteuer haben Ermittler auch bei der Uni Heidelberg und in Privathäusern von zwei ehemaligen Klinikum- Geschäftsführer Dateien mitgenommen. Auf Anfrage bestätigte Alfred Dänzer, dass auch bei ihm nach Unterlagen gesucht worden ist. Der ehemalige kaufmännische Geschäftsführer der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), der 2014 aufgrund der Hygieneaffäre zurücktrat und im Januar wegen Verdachts von Verstößen gegen das Medizinproduktegesetz angeklagt wurde, wollte sich zu Details aber nicht äußern.

Unangekündigten Besuch der Staatsanwaltschaft bekam auch Uwe Bicker, ehemaliger Dekan der Medizin-Fakultät Mannheim. Er gehörte 2011 zur UMM-Doppelspitze, legte 2012 das Amt des Klinikum-Geschäftsführers für Lehre und Forschung nieder. Er sei sich bei diesem Konflikt „keiner Schuld bewusst“, erklärte er dem „MM“ und betonte, stets dafür plädiert zu haben, das Klinikum (Stadt) und die Fakultät (Universität Heidelberg/Land) in ein integriertes Stiftungsmodell zu überführen – „auch wegen der Umsatzsteuerproblematik“.

Bei den Ermittlungen geht es um Leistungen, die Mediziner mit unterschiedlichen Verträgen (Klinikum-GmbH beziehungsweise Land) in Bereichen erbracht haben, für die sie eigentlich nicht angestellt waren. Nach „MM“-Informationen soll keine Umsatzsteuer abgeführt worden sein, weil ein Gutachten zu dem Schluss gekommen ist, dass sich die zwischen Krankenversorgung und Wissenschaft ausgetauschten Arzttätigkeiten unterm Strich ausgleichen. Zu den Ermittlungen äußert sich die Staatsanwaltschaft nicht. Insofern bleibt unbestätigt, ob es um eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe geht, ein Betrag, der gestern die Runde machte. wam