Mannheim

Ursulinen-Gymnasium Umwelt-AG adoptiert Legehennen

Auf dem Schulhof sind die Hühner los

Archivartikel

Mittlerweile gibt es viele Bildungseinrichtungen, die beispielsweise Blumenbeete im Hof anlegen. Doch das hat das Ursulinen-Gymnasium noch übertroffen: Dort sind nämlich mehr als 20 Schüler aus allen Klassenstufen sowie einige Lehrer stolze Paten von fünf Legehennen.

Schon seit langer Zeit wünschte sich die Umwelt-AG Haustiere, doch so etwas ist in einer Schule schwer umzusetzen – bis die Leiterin der AG, Ines Zibuschka, auf den Verein „Rettet das Huhn“ stieß. „Das Bewusstsein, dass alle Legehennen in Deutschland nach 18 Monaten geschlachtet werden, weil sie nicht mehr rentabel genug für die Industrie sind, ist leider nicht immer da. Mir gefällt die Idee, dass genau diese Hennen von dem Verein gerettet werden“, sagt Melanie Spahr, die zusammen mit Zibuschka nach circa eineinhalb Jahren Planungszeit die Hennen abgeholt hat.

Cherry, Poppy, Zelda, Eggy und Pünktchen wurden dann auch von einigen aufgeregten Schülern und Eltern mit Freude in Empfang genommen. Und die Tiere fühlten sich sogar so wohl, dass sie gleich auf dem Weg zur Schule schon ein Ei legten. Mittlerweile haben sich die Hennen auch gut eingelebt und legen täglich sogar drei bis fünf Eier, die gegen eine Spende im Lehrerzimmer abgegeben werden. Davon finanzieren die Hühnerpaten dann die Tierarzt- und Futterkosten. Doch auch der Förderverein der Schule unterstützt das Projekt finanziell.

Verantwortung übernehmen

Das Besondere daran, Hennen in der Schule zu haben? „Für mich sind sie ein guter Ersatz für Haustiere, da meine Eltern mir keine erlauben“, erklärt Schüler Severin. Auch Mitschülerin Zoe ist begeistert: „Für mich war es die Vorstellung, dass es den Hühnern echt schlecht ging, bevor sie zu uns kamen. Es fühlt sich gut an, ihnen zu helfen, und sie zeigen ihre Dankbarkeit mit viel Zuneigung.“

Die Hühnerpaten kümmern sich abwechselnd im Schichtdienst um die Tiere. Das hört sich nach mehr Arbeit an, als es in Wirklichkeit ist. Spahr ist vom Engagement der Schüler begeistert. Egal ob Füttern, das Wasser wechseln, oder gar den Stall sauber machen, die Schüler seien da immer sehr schnell fertig. An den Wochenenden und in den Ferien kümmern sich die Lehrerpaten um die Hennen.

Zum Nachdenken angeregt

Die Herkunft und der Hintergrund der Hühner haben sowohl Lehrer als auch Schüler zum Nachdenken gebracht. „Ich achte jetzt immer darauf, dass meine Eltern Bio-Eier kaufen. Es verändert schon, wie man auch generell über sein Essverhalten denkt“, sagt Schülerin Andrea. Auch Melanie Spahr hat seit der Ankunft der Hennen „kein einziges Ei mehr im Supermarkt gekauft“.

Alle Beteiligten wirkten sehr begeistert von den Neuzugängen: „Die Hühner verschönern mir jeden Schultag. Egal, wie schlecht ich mich fühle, wenn ich bei den Hühnern bin, dann ist es so, als ob die Sonne aufgeht. Da bin ich einfach glücklich“, sagt Schülerin Andrea.

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