Mannheim

Auf ein gutes Miteinander

Archivartikel

Zugegeben, die ersten Tage im Amt des Chefredakteurs waren ziemlich rastlos. Aber jetzt, liebe Leserinnen und Leser, ist es mir ein Anliegen, mich persönlich an Sie zu wenden. Ich bin Karsten Kammholz, 40 Jahre alt, absoluter Neu-Mannheimer, langjähriger Hauptstädter, gelernter Norddeutscher, geboren in Indien, mit Freude Familienvater – und vor allem neugierig auf alles, was auf mich zukommt.

Seit dem 1. September habe ich die Ehre, neben Dirk Lübke Ihren „MM“ zu leiten. Es ist eine wunderbare Aufgabe. Ich sage Ihnen warum: Sie leben in einer faszinierenden Region – wirtschaftlich, sportlich, wissenschaftlich, kulturell, landschaftlich. Und vor allem menschlich. In meinen Hauptstadtjahren habe ich irgendwann gelernt, mit der Berliner Schnauze klarzukommen. „Da jibs nüscht zu meckaan!”, sagt der Berliner, wenn er etwas ausdrücklich loben möchte. Allzu oft kommt ihm der Satz nicht über die Lippen. Mein erster Eindruck in Mannheim ist: Das können Sie besser. Und Freundlichkeit, das spüre ich bei allen Begegnungen in meiner neuen Heimat, ist hier eine Tugend.

Nun hoffe ich natürlich, dass wir beim „MM“ – Print wie Online – die Zeitung machen, die Ihnen gefällt und Ihnen das gute Gefühl gibt, umfassend informiert zu sein. Wir wollen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gerecht werden und fragen uns jeden Tag aufs Neue: Stellen wir die richtigen Fragen? Sind wir an der einen oder anderen Stelle mutig genug? Preschen wir auch mal zu forsch vor, wenn wir unseren Zweifeln Raum geben sollten?

Auch wir Journalisten spüren, dass manches Gewohnte nicht mehr gilt und dass wir mehr um Vertrauen kämpfen müssen. Den Parteien, den Kirchen, ja auch Vereinen und anderen Branchen abseits der Medien ergeht es ebenso. Mir macht das zu schaffen. Ganz gleich, wie alt Sie sind, ob Mann oder Frau: Ich wünsche mir, dass es uns mit dem „MM“ gelingt, Sie zu faszinieren.

Als Kind habe ich Zeitungen schon geliebt, noch bevor ich lesen konnte. Oft wurde ich früh wach und wartete auf das Klappern des Briefkastens. Endlich hörte ich das ersehnte Geräusch, zog die Zeitung aufgeregt aus dem Briefschlitz, blätterte noch im Schlafanzug durch die Seiten und blieb immer im Sportteil hängen. Die Fotos waren dort einfach die besten.

Bis heute geht es mir so: Wenn ich eine Zeitung sehe, will ich sofort wissen, was es darin zu entdecken gibt. Zeigen Sie uns als Redaktion, was wir noch alles für Sie entdecken können. Und wenn Sie mögen, schreiben Sie mir persönlich, was Ihnen wichtig ist. Ich würde mich freuen. Auf ein gutes Miteinander!

Ihr Karsten Kammholz

kkammholz@mamo.de

Zum Thema