Mannheim

„Erkennen Sie Mannheim?“ – Auflösung Folge 163 Gesucht war diesmal das ehemalige Café Kossenhaschen im Quadrat P 5 / Viele lustige Erinnerungen

„Auf heißen Kohlen“ sitzengelassen

Es muss im Krieg gewesen sein, als sie mit ihrer Mutter dort war. Das schreibt Leserin Erika Wahl-Seel dem „MM“. „Besonders beeindruckend fand ich den vergoldeten Balkon.“ Und der ist auch jenes Detail, an das sich einige Leser erinnern. Die goldene Terrasse über dem Café Kossenhaschen, einer Institution in Mannheim, leider bereits in den späten 1950er Jahren geschlossen. „Würde die Kamera nach oben schwenken, könnte man die sehenswerte Balkonverzierung erkennen“, schreibt auch Klaus Hinkel.

Lustige Erinnerungen teilen zudem Reinhard Siegel, Gabriele Weigel, Gunter Haaf und Ingrid Stihler. Siegel erzählt von einer Freundin seiner Mutter, die offenbar langjährige Junggesellin war: „Sie ging des Öfteren ins Kossenhaschen, weil sie einen Ritterkreuzträger der Fliegerhorststaffel abbekommen wollte.“ Die waren damals in Sandhofen stationiert. Gabriele Weigels Geschichte handelt von ihren Eltern. Der Vater, er wollte Kavalier spielen, ließ die Mutter im Café nämlich „auf heißen Kohlen“ sitzen. Der Mann wollte die Angebetete einladen, merkte aber, dass er sein Portemonnaie zu Hause vergessen hatte. Kurzerhand ließ er die Dame als Pfand im Café zurück. Aber keine Angst, er kam wieder.

Gunter Haaf entwischte 1942 als Vierjähriger dort einmal seinen Eltern. Und türmte zur spielenden Musikkapelle. Der Dirigent holte ihn auf die Bühne und gab dem kleinen Bub eine Vogel-Flöte. Der Ruhm währte aber nicht ewig, denn die Eltern bemerkten ihren Verlust, „und schnell holte mich Frau Mama zum Kaffeetisch zurück“.

Dosen-Ravioli aus der Kaufhalle

Auch die Kaufhalle im selben Gebäude weckte Erinnerungen. Dort gab es vor rund 30 Jahren einen Gemüsestand, schreibt Ingrid Stihler. „Wir hatten zu Hause Hasen und meine kleine Tochter und ich nahmen so viel Blumenkohlabfall wie wir tragen konnten mit und verstauten diesen im Kofferraum unseres Autos. Als wir nach Stunden zurückkamen mussten wir unser Auto nicht suchen – wir rochen es.“

Klaus Hiltscher kaufte dort als Junggeselle seine Dosen-Ravioli. Der Mannheimer schickt zudem ein weiteres Foto mit – „bei dem Foto steht der Fotograf an derselben Stelle, allerdings zwei Schritte weiter rechts.“ So ist auch noch der Wasserturm zu sehen.

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