Mannheim

Blumepeter Am Wasserturm wird am Samstag zugunsten der „MM“-Aktion „Wir wollen helfen“ gefeiert

Auf zum großen Fest der Hilfe

Archivartikel

Mannheim.Bei miserablem Wetter haben sie aufgebaut – aber für den Samstag sind sie alle optimistisch, sehr optimistisch. „Petrus ist ein Blumepeterfan, es bleibt trocken“, sagt Volker Dressler überzeugt. Der Feuerio-Vize koordiniert alles für das große Benefizfest, das der Feuerio am heutigen Samstag ab 10 Uhr rund um den Wasserturm zum 52. mal zugunsten der „MM“-Aktion „Wir wollen helfen“ ausrichtet.

Der Regen prasselt andauernd herunter, ganz heftig. Flüche werden gemurmelt. Manuela Sowa zieht sich die Kapuze ihrer Jacke noch fester über den Kopf. „Aber wir arbeiten durch“, sagt Thomas Roth trotz strömendem Regen tapfer. Beide gehören zu den Ehrenamtlichen des Feuerio-Technikstabes. „Donnerstag bis nach Mitternacht, heute ab 8 Uhr“, beschreibt Feuerio-Technikminister Michael Baake, welchen großen Aufwand er und seine Mannschaft da machen müssen.

Selbst auswärtige Unterstützung ist da. Baakes Neffe Daniel Cordes kam eigens aus Bremen und fährt jetzt hier den Gabelstapler. Marcel Zürcher aus der Nähe von Luzern war 2013 mal bei einer Feuerio-Fasnachtsshow, weil ihn die Garde faszinierte – und fährt seither immer wieder aus der Schweiz nach Mannheim, wenn er irgendwo anpacken kann. „Mir macht es Spaß“, sagt er, ehe wieder Akkuschrauber surren oder eine Handkreissäge ertönt. Für den Weinstand, den Baake im vergangenen Jahr eigens gezimmert hat, sägt das Feuerio-Team gerade eine neue Arbeitsplatte zurecht.

Derweil sind 5000 Meter Elektrokabel zu legen, 3000 Meter Schläuche für Fischwasser und 200 Meter für Abwasser – und das alles für nur einen Tag. Gerade kommen die Toilettenwagen und der Altglascontainer. Die Eichbaum-Brauerei, die das ganze Grundgerüst des Fests liefert, hat schon donnerstags mit zwei Lkw angeliefert. Viele Stände und Zelte sind mittags bereits aufgebaut. Auch die Feldküche des Roten Kreuzes steht da – ab 5 Uhr wird sie am Samstagfrüh eingeheizt, damit es ab 10 Uhr frische Erbsensuppe gibt, ausgegeben von Reservisten Sandra Klos, Staatssekretärin des Feuerio-Wirtschaftsstabs, macht letzte Besorgungen. Am Freitagabend rückt noch das Technische Hilfswerk an, schleppt Tische und Bänke und macht so alles komplett für das große Benefizfest.

Genau 2950 Gewinne

Der Hauptgewinn der Blumentombola: ein Neuwagen, ein Hyundai „i10“. Insgesamt locken da 2950 Gewinne. „Wir haben mehr als im vergangenen Jahr“, so Gertraud Merz, die gute Seele des Tombola-Teams. Sie, ihr Mann Karlheinz, Sohn Marcus sowie Wolfgang Forelle haben sich drei Wochen lang täglich in der Feuerio-Geschäftsstelle abgewechselt, um Spenden entgegenzunehmen.

Für die größte Überraschung sorgt am Ende Fody Pashalidis. Der Chef der „Fody’s-Gastronomiebetriebe bringt 1000 Gutscheine, gültig für je zwei Personen beim Sonntagsbrunch im Fody’s Erlebnis Restaurant in Leimen – und seine Ehefrau Sabine, die am Samstag am Sektstand für den guten Zweck ausschenkt, noch 60 Flaschen Geldermann Sekt „Carte blanche“. „Der Hammer“, freut sich Dressler über die großzügige Unterstützung. Aus dem Märchenwald kamen kurzfristig noch drei riesige Plastiksäcke, prall gefüllt mit Plüschtieren. Während das Ehepaar Merz die weißen, kleinen Gewinnnummern auf jeden Preis klebt, die Gutscheine sortiert und alles verpackt, schleppt Wolfgang Forelle noch Bücher, CDs, ja sogar eine Popcornmaschine, die gespendet worden sind, herein. Forelle, inzwischen Ehrenfinanzminister, hat seit der Gründung bei allen Blumepeterfesten geholfen – beim allerersten Mal noch als Gardist.

Viele Helfer und Spender

Das ist im Jahr 1967. Nachdem der „MM“ zu seinem 20. Geburtstag den Mannheimern einen Brunnen mit einer Bronzeplastik des Blumepeter geschenkt hat, gibt es zur Einweihung ein Fest. Der Feuerio kommt auf die Idee, jährlich zu feiern – zugunsten jener Menschen, die wie einst der Blumepeter auf der Schattenseite des Lebens stehen, die arm, alt, krank oder in Not geraten sind. Daraus haben die Karnevalisten des Feuerio, inzwischen von anderen Helfern und stets einer Vielzahl von Spendern unterstützt, die mit Abstand größte Benefizveranstaltung für die „MM“-Aktion „Wir wollen helfen“ gemacht.

Wer also die deftige Erbsensuppe auslöffelt, zum Bierchen in eine Bratwurst beißt, danach leckere Pasta genießt, sich ein oder zwei Stückchen Kuchen gönnt, dann mit Wein oder Champagner anstoßt, zudem viele Lose nimmt, der hilft gleichzeitig Menschen in Not. Deshalb trifft sich die Kurpfalz heute am Wasserturm! Bis später!

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