Mannheim

Bildung Aktivistin zu Gast im Kurpfalz-Gymansium

Aufdecken, berichten, protestieren

Es gibt sie in Katar, in Libyen oder in Pakistan: die moderne Sklaverei. Mal sind es arme pakistanische Bauern, die ihre Schulden bei einem Gutsherr auf dem Hof lebenslang abarbeiten und fürs Wohnen und Essen noch extra bezahlen müssen. Mal sind es Arbeiter aus Südostasien, die, ihres Passes beraubt, für die Fußballweltmeisterschaft 2022 für einen Hungerlohn Stadien bauen. „Wir decken solche Fälle auf, machen sie bekannt und protestieren dagegen“, erklärt Gundula Dinkelbach den 15 Schülern am Kurpfalz-Gymnasium.

Die 55-jährige Aktivistin ist seit 1993 Amnesty-Mitglied und hält regelmäßig Vorträge an Schulen über Menschenrechte und ihre Bedeutung. Eingeladen hat Dinkelbach Klassenlehrer Samuel Rexer, der seine Schüler mit einer Projektwoche das Thema Sklaverei näher bringen will. „Amnesty-International ist weltweit bekannt und sehr aktiv. Meine Schüler sollen sich da fragen, was sie selbst für Menschenrechte tun können“, erklärt Rexer.

Briefmarathon an Schulen

Für die Schüler hat die Aktivistin verschiedene Fälle mitgebracht, für die sich ihre Organisation einsetzt. Wie sie solche Fälle überhaupt finden, will da Schüler Nils wissen. „Wir schicken Recherche-Teams in die Länder und melden das vorher offiziell an“, entgegnet Dinkelbach. Umso schockierter sei man gewesen, als der Deutsche Peter Steudtner in der Türkei verhaftet wurde. Schließlich sei er Teil eines solchen Teams gewesen, die durch den weltweit bekannten Namen von Amnesty International Schutz genießen. Was sie selbst tun können, wollen die Schüler am Ende von dem Amnesty-Mitglied wissen. „Wir machen jedes Jahr einen Briefemarathon an Schulen, einfach mitmachen, das reicht schon.“

Zum Thema