Mannheim

Soziales Geld der Leser gibt Menschen in Not neue Hoffnung / Genaue Prüfung aller Anträge

Aufmunterung im Advent

Morgen wird sie entzündet – die erste Kerze am Adventskranz. Zugleich lenkt der „MM“ wieder verstärkt die Aufmerksamkeit auf seine Aktion „Wir wollen helfen“. Denn nur wenn jetzt viele Leser dafür spenden, kann die Zeitung auch dort wieder Zuversicht geben, wo das Adventslicht allein das Dunkel der Armut und Not, der Krankheit und Einsamkeit nicht zu erhellen vermag. Genau dort hilft die Aktion „Wir wollen helfen“.

Die großen Plastikkisten, sie sind immer randvoll. In ihnen kommt die Post zum Büro des „MM“-Hilfsvereins in P 3. Mehr als 1500 Briefe sind es bereits in diesem Herbst gewesen – alles Bitten um konkrete Hilfe sowie um Berücksichtigung dann, wenn die „MM“-Aktion zu Weihnachten die Ärmsten der Armen bedenkt. Die Zahl dieser Anträge war im vergangnen Jahr sprunghaft angestiegen, um 30 Prozent. Im Vergleich dazu registriert Matthias Bretschneider, der geschäftsführende Vorsitzende des „MM“-Hilfsvereins, gerade „einen leichten Rückgang“.

Aber das will nichts heißen. Allein gestern gingen bei ihm über 100 Schreiben ein, „und ich bin vorbereitet auf einen heftigen Endspurt“, so Matthias Bretschneider. Dann packt das Team des „MM-Hilfsvereins zu Weihnachten für arme ältere Menschen Lebensmittelpakete oder stellt Gutscheine aus, während es für Kinder, die sonst nichts hätten, Spielzeugpräsente oder Bücher gibt.

„Gewalt in Familien, ganz viel sehr bedrückende Altersarmut, besondere Schicksalsschläge wie plötzliche Krankheit oder ein Wohnungsbrand“ – so fasst Bretschneider zusammen, was ihn derzeit am meisten beschäftigt.

Gerade am Freitag hat er im Büro in P 3 sieben Einzelgespräche geführt. Schließlich geht es nicht nur um Weihnachtspräsente. Das ganze Jahr über greift „Wir wollen helfen“ dann den Menschen unter die Arme, wenn sie in einer Notlage nicht mehr weiterwissen, wenn für sie alle Möglichkeiten staatlicher Unterstützung oder von Versicherungen ausgeschöpft sind. 318 solcher Hilferufe gab es in diesem Jahr bereits, bei über 150 folgten intensive Beratungsgespräche und in fast all diesen Fällen hat „Wir wollen helfen“ dann auch wirklich geholfen.

Dabei wird kein Geld mit der Gießkanne verteilt – stets sind Einkommensverhältnisse wie nötige Ausgaben nachweisbar offen zu legen. Diese genaue Prüfung und die Tatsache, dass den ganzen Aufwand der „MM“ trägt und daher alle eingehenden Spenden zu hundert Prozent weitergeleitet werden, sind seit jeher wichtige Eckpfeiler der „MM“-Aktion und begründen auch das große Vertrauen, das sie genießt.

Ihre Wurzeln hat die Aktion schon im Dezember 1946, als die damaligen Herausgeber E. F. von Schilling und Karl Ackermann „an die Ärmsten der Notleidenden unserer Stadt Weihnachtsgrüße“ überbringen. Spontan spenden dann in den 1950er Jahren nach einem „MM“-Artikel viele Mannheimer Geld für ein schwer herzkrankes Kind, das allein durch eine Operation in den USA gerettet werden kann – was auch gelingt. Da zeigt sich: Die Bürger sind bereit, Not bei ihren nächsten Nachbarn zu lindern – wenn eine anerkannte Adresse für die korrekte Verwendung aller Gelder einsteht.

Daraus erwuchs dann die „MM“-Aktion „Wir wollen helfen“. Nun freuen wir uns auf viele Leser, die mit ihren großen und kleinen Geldbeträgen diese Idee mittragen.

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