Mannheim

Geburtstag Bürgermeister Michael Grötsch wird 60

Aus dem Osten in die Quadrate

Ein Fest gibt es heute nicht – er arbeitet den ganzen Tag, vertritt am Abend die Stadt bei der Jubilarfeier von ABB, weil das ein wichtiger Arbeitgeber in Mannheim ist. So gerne er sonst feiert, in solchen Fällen setzt Michael Grötsch klare Prioritäten. Dabei hätte er heute wirklich allen Grund zum Feiern: Der Bürgermeister wird 60 Jahre alt.

Seit 2008 ist er Dezernent für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur in Mannheim. 2015 wurde er mit großer Mehrheit vom Gemeinderat für weitere acht Jahre im Amt bestätigt. Seine Position ist ihm damit bis zum Ruhestandsalter sicher, doch darauf ruht er sich keineswegs aus. Tatsächlich merkt man ihm die Lust an, noch etwas zu bewegen.

In Augsburg geboren

Eigentlich ist Grötsch, in Augsburg geboren, Rechtsanwalt. Nach der Wiedervereinigung war er nach Sachsen gegangen. Dort hatte er sich in Dresden kommunalpolitisch ab 1996 als CDU-Stadtrat sowie 1999 bis 2007 als Fraktionsvorsitzender engagiert und zudem bürgerschaftlichen Einsatz gezeigt – als Gründer und 1. Vorsitzender des Fördervereins der Staatsoperette Dresden.

Zunächst wollte er sich aus der Politik etwas zurückziehen, fungierte bereits als Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Sachsen. Doch da er weiter den Vorsitz des Arbeitskreises „Große Städte“ der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU/CSU führte, waren Mannheimer Christdemokraten auf ihn aufmerksam geworden. Sie gewannen ihn 2008 für Mannheim, weil ihn der deutschlandweit ungewöhnliche Zuschnitt des Dezernats sehr reizte: Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur.

Zwischen diesen Bereichen liegen eigentlich Welten. Grötsch schafft es aber – dank seiner ausgleichenden Art – das auszutarieren. Er hat ein kleines, schlagkräftiges Team um sich geschart. So schafft er es, von Leihamt bis Kulturamt, von Wirtschaftsförderung bis zum Flugplatz, vom Rosengarten über Soziales bis zur Alten Feuerwache ein riesiges Spektrum abzudecken. Dazu kommen zehn Stiftungen, zahlreiche Gremien und Vereinigungen. Auch wenn die „großen Themen“ seines Dezernats wie Theater, Kunsthalle oder Existenzgründer der Oberbürgermeister oft an sich zieht, kann er doch immer mal wieder eigene Akzente setzen.

Weil er in seinem ersten Amtsjahr an vielen Wochenenden zur Familie nach Dresden pendelte, sah er sich anfangs heftiger Kritik auch von Parteifreunden ausgesetzt. Doch die ist längst verstummt. Der begeisterte Motorradfahrer lebt mit seiner Frau und den drei Töchtern in Mannheim, hat hier längst Wurzeln geschlagen, Freundschaften geschlossen sowie Spaß daran gefunden, das Kultur- und Vereinsleben zu genießen – auch über die Fasnacht hinaus.

Nicht nur der Feuerio begrüßt ihn als „Lieblingsbürgermeister“. Auch anderswo ist Grötsch als Repräsentant der Stadt oder einfach als Besucher von Veranstaltungen sehr beliebt, weil er stets humorvoll auftritt und immer sehr persönlich auf die jeweiligen Personen einzugehen versteht.