Mannheim

Petition Elternnetzwerk kritisiert Kultusministerium

„Aus der Mottenkiste“

Wie geht es weiter mit der Bildung in Baden-Württemberg? Intensiv macht sich darüber das Elternnetzwerk im Verein für Gemeinschaftsschulen Gedanken. Sprecherin Ulrike Felger ist besorgt: „Die ewigen Debatten um Leistung und Unterrichtsqualität haben mit dem Alltag an den Schulen im Land nichts mehr zu tun. Denn gute Schule kann heutzutage weit mehr als das Stopfen von Kindern mit notwendigem, nützlichem und überflüssigem Wissen.“ Der Kultusministerin Susanne Eisenmann wirft Ulrike Felger vor, „unter dem Deckmantel vermeintlicher Qualität“ in Schule und Unterricht „überkommene Glaubenssätze und Methoden aus der Mottenkiste zu holen“. Moderne pädagogische Ansätze, die andere Bildungsnationen an die Spitze internationaler Vergleichsrankings geführt hätten, „werden ins Lächerliche gezogen und diskreditiert“.

Vor diesem Hintergrund fordert das Netzwerk eine „Zukunftswerkstatt Bildung Baden-Württemberg“ und eine Enquete-Kommission „Aufbruch Bildung“ – eine vom Landtag eingesetzte überfraktionelle Arbeitsgruppe also. Formuliert hat das Netzwerk das in der „Petition Bildungsaufbruch“. „Wir müssen als Gesellschaft gemeinsam diskutieren und aushandeln, welche Erwartung wir an ,gute Schule’ stellen“, heißt es in der Petition, die nicht zuletzt darauf abzielt, die Eltern intensiv in die Diskussion miteinzubeziehen.

Der Mannheimer Gesamtelternbeirat unterstützt Petition und darin formulierte Ziele ausdrücklich. Vorsitzender Thorsten Papendick kritisiert auch, dass Susanne Eisenmann eine Gleichbehandlung aller Schularten fordere – wohl wissend, dass Gemeinschaftsschulen aufgrund ihrer vielfältigen Aufgaben als inklusive Ganztagsschulen personell besser ausgestattet sein müssten. bhr