Mannheim

Kunst Erzdiözese verleiht Preis / Ausstellung in St. Bonifatius

Auseinandersetzung mit der Wahrheit

Archivartikel

Die Überraschung ist Daniela Takeva (Bild: Kathma.de) deutlich anzumerken, als ihr Erzbischof Stephan Burger in der Bonifatiuskirche in der Mannheimer Neckarstadt den Kunstpreis der Erzdiözese nebst Urkunde überreicht. Das Gefühl, dass ihre Installation „Institut für Cicatrixologie“ gewonnen hat, kann die gebürtige Bulgarin zunächst nur mit einem „Es fühlt sich richtig gut an“ kommentieren. Für ihre Interpretationen des Wettbewerbsthemas „Was ist wahr?“ wurden zudem Anna Witt und Chris Popovic ausgezeichnet.

Neben den prämierten Arbeiten sind alle nominierten Wettbewerbsbeiträge im Gotteshaus in der Friedrich-Ebert-Straße 34 noch bis 7. Juli zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung täglich von 11 bis 17 Uhr sowie immer mittwochs bis 20 Uhr.

Insgesamt hatten 914 Künstler im deutschsprachigen Raum das Themenfeld Wahrheit bearbeitet. Daraus 19 Nominierte und letztendlich drei Preisträger auszuwählen, sei alles andere als einfach gewesen, hoben Katharina Seifert, Leiterin des Referats Kunst, Kultur und Kirche, sowie der Vertreter der Jury, Freddy Paul Grunert, hervor. „Unsere Kenntnisse verändern fortwährend unsere Welt, unseren Verstand und unser Empfinden“, ließ Grunert durchblicken, wie vielschichtig die Aufgabe angesichts der Bandbreite der Wettbewerbsbeiträge war.

Und so könnten auch die prämierten Arbeiten nicht unterschiedlicher sein: Daniela Takevas Werk würdigte die Jury als „Wechselspiel zwischen Wahrheit und Wirklichkeit, zwischen Objektivität und Subjektivität, als einen Tanz auf Messers Schneide, ohne dabei auf Witz und Humor zu verzichten“.

Das Werk der Zweitplatzierten, in Wien lebenden und wirkenden Anna Witt ist die Video-Arbeit „Die Suche nach dem letzten Grund“ – ein imaginäres Gespräch, das zum Umgang mit der Frage nach der Wahrheit zwinge. Die Badener Künstlerin Chris Popovic erhielt den dritten Preis für ihre Version der berühmten Darstellung des Leichnams Christi im Grabe von Hans Holbein dem Jüngeren. Vergeben wurde der Kunstpreis zum vierten Mal und ist mit 5000, 3000 und 2000 Euro dotiert, weitere Informationen unter www.kultur-ebfr.de. red