Mannheim

Morgentour 46 Teilnehmer besuchen das Pompejanum und die Gartenanlage Schönbusch in Aschaffenburg

Ausflügler kehren mit viel Wissen vom Main zurück

Das war so richtig nach dem Geschmack der Teilnehmer der Morgentour: Am Morgen ein wenig Kultur im Pompejanum und am Nachmittag ein kleiner Spaziergang durch die im englischen Stil errichtete Gartenanlage Schönbusch. Dazwischen gesellte sich noch ein üppiges Mittagessen in „Oma’s Kochtopf“, einer heimeligen Gastwirtschaft in Aschaffenburg.

Da das ganze Programm die 46 Teilnehmer der Morgentour erfreute, fielen die Bewertungen entsprechend positiv aus. Sogar die Gästeführer, die sich um die Teilnehmer fast schon rührend kümmerten, waren voll des Lobes: „Sie waren ein sehr interessiertes und diszipliniertes Publikum. Da möchte man immer noch mehr zeigen und erzählen, als das normalerweise üblich ist“, freute sich Gertrud Maier, die mit Petra Harnick den Tag in der unterfränkischen Stadt gestaltete. Teilnehmerin Gisela Meier stellte fest: „Das war schön. Die Führung war sehr gut, es bleiben viele positive Eindrücke.“ Renate Greve ergänzte: „Ich bin beeindruckt von allem. Überrascht hat mich die Vielfalt dieser Tour. Das Mittagessen war sehr gut. Sogar der Busfahrer Peter hat mit seinen lockeren Sprüchen immer wieder für Heiterkeit gesorgt. Also – alles in allem war es sehr schön.“ So wie die Zwei urteilten auch die anderen, was sich im freundlichen Applaus für den Busfahrer niederschlug.

Begonnen hatte der Ausflug im Pompejanum. Angeregt durch die Ausgrabungen in Pompeji, die er selbst besucht hatte, ließ König Ludwig I. eine ideale Nachbildung eines römischen Wohnhauses in den Jahren 1840 bis 1848 durch den Architekten Friedrich von Gärtner errichten. Um zwei Innenhöfe, das Atrium mit Wasserbecken und das begrünte Viridarium im rückwärtigen Hausteil, sind im Erdgeschoss die Empfangs- und Gästezimmer, die Küche und die Speisezimmer angeordnet.

Empfindliche Malereien

Dass nicht alles wirklich original hergestellt wurde, sondern etwa eine Toilette eingebaut worden war, war dem Zeitgeist des beginnenden 19. Jahrhunderts geschuldet. „Hier waren nie Römer zu Hause“, betonte Harnick. Die prachtvollen Malereien hätten von Anfang an Probleme bereitet und mussten schon kurz nach Vollendung restauriert werden. Für die Ausmalung der Innenräume und die Mosaikfußböden wurden antike Vorbilder kopiert. Seit 1994 sind hier originale römische Kunstwerke aus den Beständen der Staatlichen Antikensammlungen und der Glyptothek in München zu sehen. Neben römischen Marmorskulpturen, Kleinbronzen und Gläsern zählen zwei Götterthrone aus Marmor zu den wertvollsten Ausstellungsstücken. Sonderausstellungen finden hier zu archäologischen Themen statt, wie derzeit „Hund, Katze, Maus – Tiere in Alltag und Mythos“.„Ich fand das sehr interessant und war überrascht, dass das alles gar nicht so alt ist, wie man es sich vorstellt“, war Teilnehmer Dietmar Huckele erstaunt. „Das war einfach gut organisiert“, stand für Ehepaar Bausch fest.

Park im englischen Stil

Am Nachmittag ging es weiter in den in das Mainknie gebauten Park Schönbusch, der schon immer öffentlich zugängig gewesen sei, unterstrich Meier. Das ehemalige kurfürstliche Wildgehege ließ der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Friedrich Karl von Erthal ab 1775 zu einem 80 Hektar großen Park im englischen Stil umgestalten.

Später wurden künstliche Seen, Wasserläufe ausgehoben, Hügel aufgeschüttet, eine Schlucht mit einer „Teufelsbrücke“ nachgebildet und ein geschlängelter Gürtelweg angelegt. Zum Schloss wurden das Wirtschaftsgebäude, Hirtenhäuser und ein Dörfchen als ländliche Staffage, ein Freundschaftstempel und ein Philosophenhaus, der vor zehn Jahren restaurierte Aussichtsturm, der Speisesaal und die Rote Brücke hinzugefügt. „Alles, was sie hier sehen, ist künstlich und war nie in Betrieb. Es ist heute einer der bedeutendsten Landschaftsgärten Deutschlands“, so Gästeführerin Maier.

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