Mannheim

Wissenschaft Rektor der Hochschule Mannheim wirbt für Internationalisierung / Zahlreiche Preise vergeben

Auslandssemenster als wichtige Impulse

Die Welt verändert sich, neue Techniken kommen auf, allen voran die Digitalisierung. Dazu der demografische Wandel, die Veränderung des Klimas, eine ganze Menge Dinge, die den Blick in die Zukunft unsicher machen. „Wie aber bildet man Menschen aus für eine Entwicklung, die man gar nicht vorhersehen kann“, fragte Dieter Leonhard, Rektor der Hochschule Mannheim, beim Hochschultag seiner Einrichtung.

Er plädierte für eine solide Grundausbildung und eine Spezialisierung im Master. Und auf eine enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen, die jeweils beisteuern, was gerade wirtschaftlich aktuell ist. Die Fachhochschulen, wie die Hochschule Mannheim eine ist, seien dabei gut aufgestellt, sagte Leonhard. Besonders an der Mannheimer Hochschule sei dabei ihr Forschungsschwerpunkt, der die Einrichtung deutschlandweit hervorhebe. Allerdings – nur Positives hatte Leonhard nicht zu berichten. Die Internationalisierung der Fachhochschulen komme zu langsam voran, klagte er. Zu wenige der Studenten würden sich für ein Auslandssemester entscheiden, zu wenige ausländische Wissenschaftler seien an den Fachhochschulen tätig. Dabei sei die Internationalisierung ein wichtiger Impuls, denn: „Offenheit ist ein guter Startpunkt.“

Ob seine eigene Zeit an der Hochschule Mannheim demnächst an einem Endpunkt angekommen sein wird, dazu nahm Leonhard in seiner Rede nur kurz Stellung. Der 59-Jährige ist zum Rektor der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar) in Saarbrücken berufen worden. Ob der Wechsel zustande komme, sei nun Sache der zuständigen Landesministerien.

In seiner Festansprache warb Michael Krohn, Mitglied der Geschäftsleitung für einen offenen und fairen Umgang mit biologischen technologien, um den Übergang zur sogenannten Bioökonomie zu schaffen. Diese soll die heutige, auf fossilen Rohstoffen basierte Wirtschaft ablösen, indem sie auf nachwachsende Rohstoffe setzt. Dafür seien verschiedene Technologien nötig, darunter auch die grüne Gentechnologie, so Krohn. Dass diese aber gesellschaftlich nicht akzeptiert werde, andere Eingriffe aber schon, sei nicht nachvollziehbar. Um den Wandel zur nicht-fossilen Wirtschaft zu schaffen, müssten die Hochschule für „Wissen und Wandel“ sorgen.

Mit Preisen zeichnete die Hochschule Unterstützer und Studenten aus. Die Hochschulmedaille ging an Marianne und Eberhard Merz. Den Lehrpreis erhielt Ralf Vandamme, zudem wurden 17 Studierenden für besondere Leistungen ausgezeichnet und 34 Deutschlandstipendien verliehen.