Mannheim

Hotels Situation drei Monate nach Ende des Lockdowns

„Auslastung ist eine Katastrophe“

Archivartikel

„Die momentane Auslastung der Hotels ist eine Katastrophe“, sagt Achim Ihrig, Vorsitzender des Vereins Hotels2 Mannheim, in dem sich 19 Hotels zusammengeschlossen haben. In Zahlen ausgedrückt, liege sie bei 20 bis 25 Prozent. Weil auch bis Ende des Jahres keine Besserung in Sicht sei, weiterhin Großveranstaltungen und Kongresse fehlten, spricht er von „düsteren Aussichten“ für die Hotellerie.

Seit drei Monaten dürfen Hotels wieder öffnen. Eigentlich würde jetzt die Zeit der „starken Monate“ mit einer Auslastung von bis zu 75 Prozent beginnen. Der August liege zwar, anders als erwartet, mit rund 30 Prozent über Plan. Man sei aber noch „weit davon entfernt, wirtschaftlich zu agieren“. Derzeit kämen vor allem Individualreisende, große Buchungen von Firmen blieben dagegen aus. „Die Hotellerie wird extrem unter Druck geraten“, befürchtet Ihrig.

Große Veränderungen befürchtet

In der eigenen Firmengruppe – Ihrig ist Geschäftsführer der Diringer & Scheidel-Tocher Ariva, die in Mannheim fünf Hotels betreibt – spiele die Hotellerie eine „untergeordnete Rolle“ mit weniger als zehn Prozent am Umsatz. „Wir können das durchstehen, aber es wird Spuren hinterlassen.“ Düster sehe es dagegen für reine Hotelbetriebe aus: „Die Hotellandschaft wird sich verändern, und es wird auch große Ketten treffen.“ Ihrig sorgt sich deshalb um die Stadtentwicklung. Die Mischung aus kleinen, inhabergeführten, und großen Häusern mache eine Stadt aus. „Von der Politik hätte ich mir das Signal gewünscht: ,Wir nehmen die geplante Bettensteuer vom Tisch, ihr seid ohnehin schon gebeutelt‘.“ 

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