Mannheim

Mannheim "Mobilitätsknoten des Jahres" Verband kürt Mannheim als Mobilitätsknoten des Jahres / Mängel aus ADAC-Test seien angegangen worden

Auszeichnung für Busbahnhof

Innenstadtlage, Erreichbarkeit weiterer Verkehrsträger, Infrastruktur und Barrierefreiheit: Das waren die Kriterien, anhand derer der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) die Mobilitätsknoten des Jahres auszeichnete. In der Kategorie Mittel- und Großstädte bis 500 000 Einwohner belegt dabei Mannheim den ersten Platz. Als Auszeichnung wurde darum gestern am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ein FlixBus im Mannheim-Design vorgestellt.

Bdo-Referent Kai Neumann lobte insbesondere die Verkehrsanbindung des ZOB: „Wer reist, benutzt meistens nicht nur ein Verkehrsmittel. ÖPNV, Fernbahn, Taxistände, Auto- und Fahrradparkplätze befinden sich hier alle in unmittelbarer Nähe.“ Auch die Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Reisende betonte er, nannte allerdings Verbesserungsmöglichkeiten: „Die Bussteige sind recht kurz. Bei einigen Bussen befindet sich der Aufzug hinten, das kann dann schwierig werden.“ Dennoch: Mit der zentralen Lage und der guten Infrastruktur des Busbahnhofs – Toiletten, Einkaufsmöglichkeiten, Überdachung – habe sich Mannheim, das schon eine starke Stellung im Netz der Deutschen Bahn habe, in den letzten Jahren auch als Fernbus-Magnet entwickeln können.

So sieht das auch Patrick Kurth von der FlixBus-Gesellschaft: „Busverkehr ist da attraktiv, wo auch Bahnverkehr stattfindet.“ Von Mannheim aus soll auch bald der erste deutsche E-Bus starten. Doch schon jetzt lohne sich aus seiner Sicht der Fernbus auch aus ökologischen Gründen: Der neue Mannheim-FlixBus etwa besitze einen Euro-6-Dieselmotor und ersetze 15 Pkw. Seine künftige Route geht nach Turin – und auf der ganzen Strecke wird der Wasserturm neben dem Schriftzug „Mannheim. Haltestelle des Jahres 2017“ zu sehen sein.

„Wir sind stolz auf diese Auszeichnung und werden uns anstrengen, auch weiterhin den ersten Platz zu halten“, so Danijela Pavicic-Haltern von der Servicestation „Bus-stop“ am ZOB. Die vor einem Jahr im ADAC-Test monierten Schwächen sei man angegangen: Das nicht durchgängige taktile Leitsystem für Sehbehinderte soll durch einen hilfsbereiten Service kompensiert werden. Die Toiletten würden regelmäßiger gereinigt. Und elektronische Fahrpläne an den Bussteigen seien organisatorisch nicht sinnvoll – die große Anzeige werde aber ständig manuell aktualisiert. „Wir bemühen uns um eine ständige Modernisierung“, sagte Markus Olschewski von den Mannheimer Parkhausbetrieben, denen das Gebäude gehört. Bei der starken Frequentierung des ZOB seien regelmäßige Verbesserungen selbstverständlich.