Mannheim

Engagement Neuer, mit insgesamt 5500 Euro dotierter „Mannheimer Demokratiepreis“ ausgelobt / Bewerbungen bis 7. September möglich / Hintergrund auch Erstarken antidemokratischer Kräfte

Auszeichnung für demokratische Ideen

Archivartikel

Ein Bürgerbündnis aus der Quadratestadt hat den „Mannheimer Demokratiepreis“ initiiert. In diesem Jahr soll er zum ersten Mal verliehen werden. Bewerben können sich aktuelle Projekte, Aktionen und Initiativen – egal ob sie groß oder klein sind, oder wer sie macht. Einzig das zivilgesellschaftliche Engagement und der lokale Bezug zählen. Das kann zum Beispiel ein Theaterstück sein; ein Projekt, bei dem Bürger sich für andere Menschen einsetzen – oder ein künstlerisches Werk.

Der Initiierendenkreis ging aus der Mannheimer Großveranstaltung „Für Demokratie, Mitmenschlichkeit und Rechtsstaat“ am 3. Oktober 2018 hervor. Man sei ein „Bürgerbündnis, das quer durch die Gesellschaft geht“, so Ralph Hartmann, Dekan der Evangelischen Kirche Mannheim. Mit ihm stellten am Mittwoch deshalb Vertreter aus Sport, Kultur, Jugend und viele mehr die Idee hinter dem Preis vor.

Drei Dinge hätten die Gruppe motiviert, den Preis auszuloben, berichtet Hartmann. „Erstens das Bekenntnis zu den Grundrechten und der Demokratie“, sagt er. „Zweitens aber auch die Sorge angesichts von Kräften, die die demokratischen Grundwerte schwächen wollen“, so Hartmann. Und drittens, so der Dekan, „die Entschlossenheit etwas tun zu wollen.“ Demokratie sei wertvoll und nicht selbstverständlich. Sie zu erhalten, das sei nicht nur Aufgabe von Politikern. Für Demokratie müsse man sich einsetzen und sie leben, schon im Kleinsten, im Alltag.

Dass Demokratie fragil sei, werde auch in diesem deutlich, zum Beispiel durch dort immer noch auftauchenden Rassismus. Zudem sei während Corona die Debatte um Balance zwischen Grundrechten und solidarischem Gemeinwohl aktuell gewesen. Zugleich erstarkten Kräfte, die Identität durch Ausgrenzung schufen, so Hartmann. Der Preis ist mit insgesamt 5500 Euro dotiert. Es werden drei Preise im Wert von insgesamt 5000 Euro vergeben. Einen Sonderpreis von 500 Euro gibt es für Beiträge, die den Zusammenhang zwischen Sprache und Demokratie sprachlich originell darstellen.

Bewerbungen, ob einzeln oder als Gruppe, mit Engagement-Beschreibung für Mannheim sind bis zum 7. September dieses Jahres an demokratiepreismannheim@skjmannheim.de einzusenden mit: Projektbeschreibung (1/2 Seite); Projektverantwortlichen (Name, Kontakt, E-Mail und Telefonnummer) plus Infos und Referenzen, wie Fotos der Aktion, Videos über das Projekt, Berichte in Zeitungen. Neben Dekan Ralph Hartmann hatten folgende Initiatoren den Preis ausgelobt: Heidrun Deborah Kämper (Leibniz-Institut für Deutsche Sprache), Baren Alpayci/Anelia Deova-Neumüller (Interkulturelles Haus Mannheim), Elina Brustinova (Stadtjugendring), Thilo Dieing, (Stadtschülerrat), Werner Herr (engagierter Mannheimer Bürger), Christian Holtzhauer, (Nationaltheater Mannheim), Tim Sperber/Lea Werner (Sportkreisjugend Mannheim), Alfried Wieczorek, (Reiss-Engelhorn-Museen).

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