Mannheim

Umweltpreis Kurzfilm und Moschee-Initiative auf den ersten Plätzen / Feierstunde im „Anticafé Klokke“ / Soziale und interkulturelle Aspekte im Vordergrund

Auszeichnung für Nachhaltigkeit im Gebetshaus

Archivartikel

Mit einem Kaffeebecher in der einen Hand führt der Vater den Hund Gassi, der Sohn läuft ihm mit einem Handy hinterher und fotografiert Plastikabfälle im Park. Als der Vater den ausgetrunkenen leeren Becher achtlos wegwirft, dokumentiert der Sohn auch diese Umweltsünde. Eine Szene aus dem Neun-Minuten-Kurzfilm „Auf Augenhöhe“, der am Freitag mit dem Mannheimer Umweltpreis ausgezeichnet wurde. Eingereicht wurde der Film vom Verein Interkulturelles Haus.

Erfolge auch in Venedig und Varna

Anelia Deova-Neumüller vom Vorstand des Vereins freute sich über die Auszeichnung vor allem für die Kinder, wie sie sagt. „Das haben wir uns so nicht gedacht“, fasst sie ihre Gefühle zusammen. Die Kinder haben damit Erwachsene provozieren und ein Bewusstsein für die Verschmutzung der Natur schaffen wollen. Der Film habe im Mai dieses Jahres auch beim Kinderfilmfestival in Venedig den Preis als beste Produktion bekommen, erzählt sie stolz. Auch im bulgarischen Varna sei er ausgezeichnet worden.

Zur Preisverleihung war Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala (Grüne) ins „Anticafé Klokke“ gekommen. Organisiert wurde die Verleihung dieses Jahr vom Rathaus-Fachbereich Bürgerdienste. In einer Stadt wie Mannheim mit Menschen aus über 170 Nationen habe man den sozialen Aspekt und das Thema Interkulturalität in den Vordergrund stellen wollen, so Kubala. Das Motto lautete entsprechend „Miteinander für die Umwelt.“

Es gab aber auch einen zweiten ersten Platz. Dieser ging an die Initiative Co-Creating Change und Faire Moschee. Diese setzt sich für die Stärkung des interreligiösen Engagements für die Nachhaltigkeit ein. Ursprünglich ging die Initiative vom Eine Welt Forum aus. Ein Teil der Initiative bildet die Faire Moschee. 14 Mannheimer Moscheen nehmen daran teil und haben sich zum Ziel gesetzt, Wasserverbrauch und Plastikmüll zu reduzieren. Khalil Khalil von dieser Initiative freute sich über die Auszeichnung: „Die Anerkennung durch die Stadt wirkt bei uns positiv für die Seele aus. Es motiviert uns weiterzumachen.“

An dem Wettbewerb nahmen insgesamt elf Bewerber teil. Der erste Preis war mit einem Geldbetrag von 500 Euro verbunden. Der zweitplatzierte erhielt 300 Euro und der drittplatzierte 200 Euro. Die restlichen Mitbewerber erhielten Anerkennungspreise, die mit 100 Euro dotiert sind. Alle Preisträger bekamen neben dem Geldbetrag ein sogenanntes „Insektenhotel“.

Die Stadt Mannheim vergibt den Umweltpreis seit 1985. 2003 wurde zum ersten Mal ein Themenschwerpunkt festgelegt. In dem Film „Auf Augenhöhe“, das in Mannheim ab November zu sehen sein soll, zeigt der Vater am Ende einen Wandel. Als sie sehen, wie jemand einen ausgetrunkenen Becher aus dem Wagen wirft, hebt der Vater es auf und wirft den Becher wieder hinein.

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