Mannheim

Technoseum Internationales Treffen luftgekühlter Volkswagen und Porsche / Rund 400 Fahrzeuge rollen an

Autos von unschätzbarem Wert

Mannheim.Sie heißen liebevoll "Loubfröschli" oder "Rosaroter Panther" oder einfach "Herbie". Auf jeden Fall sind sie alle mit viel Herzblut restauriert.

Auf dem Freigelände vor dem Technoseum haben sich am Wochenende rund 350 Freunde luftgekühlter Boxermotoren zum 22. Mal zu Benzingesprächen, zum Fachsimpeln, zum Austausch von Ersatzteilen und zur Präsentation ihrer vierrädrigen "Lieblinge" vor einem interessierten Fachpublikum beim internationalen Volkswagentreffen für luftgekühlte Volkswagen und Porsche eingefunden.

Seit 1996 veranstaltet der VW-Club Rhein Neckar das Treffen alle zwei Jahre vor dem Technoseum. "Dank der tatkräftigen und finanziellen Unterstützung des Porsche-Zentrums Mannheim ist es gelungen, einen Porsche-Rennwagen 908/3 Spyder aus dem Jahre 1970 mit Mittelmotor hier nach Mannheim zu bringen und auszustellen" berichtet der Vorsitzende des Vereins, Peter Bauer über dieses seltene Fahrzeug - es wurden nur vier Exemplare weltweit gebaut. In einem gläsernen Glaskubus ist der Rennwagen bei dem Treffen zu bestaunen. Bauer gerät ins Schwärmen: "Mit dem Fahrzeug hat Porsche die Leichtbauweise auf die Spitze getrieben. Er wiegt nur 545 Kilogramm und hat 350 PS. Damit hat Porsche die Targa Florio, eine damals berühmte Rundfahrt durch Sizilien gewonnen."

Viele seltene Käfer

Einem Vereinsmitglied ist es gelungen, einen roten VW-Cockroach (zu deutsch: "Kakerlake") auf den letzten Drücker fahrbereit fertigzustellen: "Das Auto hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Es war schon einmal im Besitz eines mittlerweile verstorbenen Vereinsmitgliedes. Nun ist es wieder bei uns", erzählt Bauer. Einen VW-Bus, der einst als Feuerwehrfahrzeug der Firma ZEWA auf der Rheinau eingesetzt war, restauriert der Verein seit 1990. "Bis auf die letzte Schraube, wurde alles ausgebaut. Der Motor fehlt noch. Aber das kriegen wir auch noch hin", gibt sich Bauer guter Dinge über das 1953 ausgelieferte Fahrzeug.

Norbert Ziegmann aus Amorbach hat seinen VW-Käfer 1999 gekauft. "Mit der Zeit nagte der Rost an dem Auto. 2014 bis 2016 habe ich restauriert, was mich viel Nerven, Zeit und Geld gekostet hat", erzählt der Oldtimer-Liebhaber.

Für Besucher Frank Michel werden beim Gang über das Gelände alte Erinnerungen wach: "Ich besitze selbst einen VW-Käfer 1302 aus dem Jahr 1971. Hier finden sich immer neue Anregungen, was man mit dem Auto alles machen kann." Auf einer Sonderfläche zeigt der VW-Club seine eigenen Raritäten. Darunter findet sich ein VW-Käfer mit dem berühmten Brezelfenster oder ein in zwei Farben lackierte Cabrio der Firma Hebmüller, von dem nur 696 Stück hergestellt wurden. "Wenn man das sieht, und weiß, dass zu Hause noch ein unrestauriertes Cabrio steht, kriegt man feuchte Augen", meint eine Frau, die nicht namentlich genannt werden möchte.

"Für einen so kleinen Verein wie unseren ist eine solche Veranstaltung fast nicht mehr zu stemmen. Mal sehen, ob uns das noch einmal gelingt", sorgt sich Bauer.

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