Mannheim

Arbeitsagentur Bei den Ausbildungstagen informieren sich Schüler über ihre künftigen Berufe / Auch in gefragten Bereichen gibt es Plätze

Azubis gesucht – noch 800 Lehrstellen frei

Von Altenpflege bis Zerspannungsmechanik: Die Auswahl an Berufsfeldern, in denen noch Nachwuchs gesucht wird, ist groß. Als die „Last Minute Ausbildungstage“ ihren zweiten Info-Nachmittag starten, spricht Gabriele Ritter, Teamleiterin der Berufsberatung, von 800 verfügbaren Lehrplätzen allein in Mannheim – dazu kommen 100 duale Studiengänge, die mit praktischer Arbeit in einem Unternehmen eng verknüpft sind.

Die meisten jungen Besucher, die das Orientierungsangebot im „Biz“ (Berufsinformationszentrum in M 3a) nutzen, bleiben zunächst vor den Tafeln mit den vielfältigen „Azubi“-Möglichkeiten stehen. Eigentlich träumt Niklas von einer Gärtner-Lehrstelle in einem Betrieb für Landschaftsbau. Nach „einem Haufen Absagen“ will der 18-Jährige „Anregungen sammeln“ – für was, weiß er noch nicht so genau. Ähnlich geht es Marlene, die noch unschlüssig ist, wie es nach dem Abi weitergehen soll. Nur so viel steht für die 17-Jährige fest: Eine Ausbildung soll es sein – „am liebsten nah an Menschen“.

Berufsberater Uwe Leuck zeigt ihr an einem der Computerplätze, wie gemeldete Plätze aufgerufen werden. Gabriele Ritter weiß nur zu gut, dass selbst Jugendliche, „die viel im Internet unterwegs sind“, sich bei solchen Recherchen schwer tun. Abdulla, vor drei Jahren aus Somalia nach Deutschland gekommen, sucht nach Lehrangeboten für Lager-Fachkräfte. Den Hauptschulabschluss hat er bereits 2018 geschafft. Weil es mit dem Einstieg in den Beruf bislang nicht klappte, nutzte der 19-Jährige das letzte Jahr zum Verbessern seiner Deutschkenntnisse. Neben ihm hat Layal, Anfang Zwanzig, schon jede Menge Ausdrucke gestapelt: Nach dem Fachabitur hatte sie erst einmal vom Lernen genug und jobbte. „Aber jetzt will ich eine Ausbildung machen.“ Der gebürtigen Mannheimerin schwebt „irgendetwas im Büro“ vor.

Die „Last Minute Ausbildungstage“ kurz vor den Sommerferien haben vor drei Jahren die „Last Minute Ausbildungsplatzbörse“ Anfang September abgelöst. „Wir wollten das Konzept ändern, weil sich die Situation komplett gedreht hat“, kommentiert Teamleiterin Ritter und erläutert: Bei den geburtenstarken Jahrgängen gab deutlich weniger Lehrstellen als Bewerber – „inzwischen verhält es sich gerade umgekehrt“. Selbst in den klassischen Traumausbildungen – Kfz-Mechatroniker bei den Jungs, Kauffrau für Büromanagement bei den Schulabgängerinnen – sind derzeit noch Plätze frei. „Ohnehin ist das aktuelle Angebot nur eine Momentaufnahme“, so Ritter. Grund: Nicht wenige Bewerber, die mehrere Zusagen haben, legen sich erst spät fest, so dass vermeintlich vergebene Lehrstellen wieder auftauchen. „Jeden Tag die gemeldeten Plätze nach Neuzugängen durchgehen, lohnt sich.“