Mannheim

Geburtstag Hermann Wiegand wird an Neujahr 70 Jahre alt / 37 Jahre am Karl-Friedrich-Gymnasium tätig

Beliebter Pädagoge und Autor

Archivartikel

Mannheim.Seine alte Schule hat ihm eigens eine E-Mail-Adresse eingerichtet, damit alle ihm Corona-gerecht gratulieren können: hermannwiegandwirdsiebzig@web.de heißt sie – und allein diese Idee zeigt: Auch sechs Jahre nach seiner Pensionierung ist Hermann Wiegand, ab 1977 dort Lehrer und dann von 1996 bis 2014 Direktor des Karl-Friedrich-Gymnasiums, nach wie vor beliebt und geachtet. An Neujahr wird er 70.

Er hat nicht nur Generationen von Schülern unterrichtet, sondern die Schule geprägt – durch neue Fächer, durch eine persönliche Begrüßung von jedem Schüler morgens per Handschlag, durch eine Mischung aus Warmherzigkeit und Strenge, durch eine stets offene Tür. Das Schulkürzel „KFG“ wurde bei ihm auch mit „Kaffeetrinken fördert Gemeinschaft“ übersetzt.

Schul-Schließung abgewendet

Dass die Schule überhaupt noch besteht, ist ihm zu verdanken, denn als er die Leitung übernahm, drohte wegen sinkender Schülerzahlen die Schließung – was er geschickt abwendete. Doch Wiegand war nicht nur leidenschaftlicher Lehrer und Schulleiter. 1951 in Heidelberg geboren, war Wiegand nach dem Studium der Philologie, Geschichte, Theologie und Germanistik zwar Pädagoge geworden, aber stets mit hohem wissenschaftlichem Anspruch. Er promovierte, ist seit 1987 als Lehrbeauftragter der Universität Heidelberg und seit 2001 als Honorarprofessor tätig. Neben der lateinischen Sprache gilt seine große Vorliebe der Stadt- und Regionalgeschichte.

Da legte er nicht nur zahlreiche beachtete wissenschaftliche Veröffentlichungen vor. Sein Anliegen war stets, auf breiter Basis Stadtgeschichte sowie kurpfälzisch-badische Landesgeschichte zu vermitteln, zum Beispiel als Mitherausgeber der „Mannheimer Geschichtsblätter“.

Seit 1982 gehört Wiegand dem Vorstand des 1859 gegründeten Mannheimer Altertumsvereins an, den er seit 2007 leitet. Nicht ohne Grund bezeichnete Oberbürgermeister Peter Kurz Wiegand daher im Februar, als er den „Mannheimer Pfennig“ für sein großes wie profundes historisches Engagement erhielt, als „klassischen Bürger, der Verantwortung für die Gemeinschaft übernimmt“.