Mannheim

Beratende Stimme der Redaktion

Archivartikel

Seit 1975 hat der „Mannheimer Morgen“ ein besonderes Gremium der innerbetrieblichen Mitbestimmung: den Redaktionsrat. Er wird alle zwei Jahre aus dem Kreis der Redakteure gewählt. Wählbar sind alle Redakteure – außer Mitglieder der Chefredaktion –, die dem Unternehmen seit mindestens zwei Jahren angehören. Der Rat setzt sich aus fünf Kollegen zusammen. Aktuell sind dies Dirk Jansch (Sprecher), Stefan Dettlinger (Stellvertreter), Martin Schule, Anke Philipp und Christian Rotter.

Legitimiert ist der Redaktionsrat durch das Statut, das die damaligen Herausgeber Karl Ackermann und Rainer von Schilling, sowie Eitel Friedrich von Schilling und Christian Kolb für den Aufsichtsrat gemeinsam unterzeichneten. Erklärtes Ziel war, „den beratenden und anregenden Einfluss der Redakteure im Zeitungsverlag zu stärken“. Dem Rat und insbesondere seinem Sprecher wurden weitgehende Mitbestimmungsrechte eingeräumt. So ist das Gremium in allen die Redaktion betreffenden technischen, inhaltlichen und strategischen Belangen einzubeziehen. Gemeinsam mit dem Chefredakteur „überwacht“ der Redaktionsrat die Linie des Blattes. Bei Stellenneubesetzungen in der Redaktion sowie bei der Einstellung und Absetzung des Chefredakteurs ist der Rat zu hören und kann mit Stimmenmehrheit sogar Personalien ablehnen. Dies geschah jedoch erst einmal – 1996, woraufhin die damalige Geschäftsführung das Statut kündigte. Der Redaktionsrat prozessierte bis zum Bundesarbeitsgericht, das letztendlich die Rechtmäßigkeit des Statuts bestätigte.

Seitdem hat es seine Gültigkeit und wird gelebt durch regelmäßigen Austausch mit der Chefredaktion und der Geschäftsführung. Der Rat sieht sich als Rat- und Impulsgeber sowie als Vermittler im Falle von Meinungsverschiedenheiten. red