Mannheim

Kunsthalle OB Kurz dankt beim Jubiläum „50 Jahre Rittershaus“ für gesellschaftliches Engagement

Bereicherung für die Stadt

Archivartikel

Der Oberbürgermeister und über 700 Gäste – das gibt es nicht alle Tage beim Jubiläum einer Anwaltskanzlei, auch wenn sie 175 Mitarbeiter hat. Doch „Bürger und Stadt haben Ihnen viel zu verdanken“, gratulierte Peter Kurz im Namen der Stadt zum 50-jährigen Bestehen der Kanzlei Rittershaus.

„Das Haus ist ausverkauft“, so Rainer Dietmann, einer der Partner der Kanzlei, über den Andrang im und vor dem Atrium der Kunsthalle. Musik von „Amokoma“, satirisch-humorvolle Gedanken von Kabarettist Markus Weber und das alles sehr humorvoll von Dietmann moderiert – so beging die Kanzlei das Jubiläum.

Als 1969 Gerald Rittershaus seine Anwaltszulassung erhielt, legte er den Grundstein für die Kanzlei. Heute gilt sie als führend in der Region bei der Beratung mittelständischer Gesellschaften und Familienunternehmen. Sie zählt 175 Mitarbeiter, davon 60 Anwälte. 2005 ist der Generationswechsel geglückt. Gründer Gerald Rittershaus schied als Partner aus der Sozietät aus, an deren Spitze seither Dietmann und Christof Hettich, zudem Vorstandsvorsitzender der SRH Holding, stehen.

„Kein Telex, kein Fax, kein E-Mail“, rief Hettich in seiner Festansprache die Gründerjahre in Erinnerung. „Aber das war auch oft die Rettung für den Anwalt – die Post war halt noch nicht da. Das funktioniert leider nicht mehr“, sagte er augenzwinkernd. Heute habe mit der ständigen Verfügbarkeit von Daten aber auch die Erwartungshaltung der Mandanten zugenommen.

Ebenso ständig zugenommen habe die „schier unendliche Zahl an Änderungen“ durch den Gesetzgeber, ja die wahre „Gesetzesflut“, so Hettich, die indes nicht immer „von Weisheit getragen“ sei, kritisierte er. Andererseits könne Deutschland mit der „dramatisch zunehmenden Internationalität“ auf dem Kapitalmarkt nicht Schritt halten, „dadurch verliert gutes deutsches Recht an Relevanz“, mahnte Hettich.

Pionier in der „Eastsite“

„Nie stehenbleiben, immer neue Pfade suchen“ – laut Hettich hat sich dieses Geschäftsmodell seit der Gründung bewährt. Das gelte aber ebenso für die „geniale Idee“ von Gerald Rittershaus: die „Fohlenstall“ genannte, ein hohes Renommee genießende interne Ausbildung von Rechtsanwälten. Zudem sei es gute Tradition, dass sich Mitarbeiter der Kanzlei „vielfältig und breit“ in der Gesellschaft einbringen. „Die Liste der ehrenamtlichen Tätigkeiten ist riesig“, so Hettich.

Dafür dankte ausdrücklich der Oberbürgermeister. Er würdigte die Kanzlei als „gutes Beispiel für die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung“, verwies auf den Einsatz für die Stiftung Nationaltheater, Kunstverein und Kunsthalle sowie die Heinrich-Vetter-Stiftung, aber auch für den Beteiligungsfonds der Stadt zur Förderung von Existenzgründern. Er gratulierte der Kanzlei zu einer „wahren Erfolgsgeschichte“ und Gründer Gerald Rittershaus zu einer „großen Lebensleistung“. Für Mannheim sei die „engagierte, persönliche, leidenschaftliche Beratung des Mittelstands ein wichtiger Standortfaktor“, die Kanzlei mit ihrem 2002 bezogenen Neubau „von hoher Architekturqualität“ im Harrlachweg wichtiger Pionier des Gebiets „Eastsite“ gewesen.