Mannheim

Beschimpfungen bleiben nicht aus

Archivartikel

Aquilla Fearon: Ich komme aus Großbritannien, aber meine Heimat ist Jamaika, seit zehn Jahren lebe ich hier in Deutschland. In den vergangenen zwei Wochen ist viel passiert, und ich wollte etwas tun. Ich hoffe, wir können etwas verändern.

Während ich in England keine Probleme mit Rassismus hatte, ist das in Deutschland anders. London ist kosmopolitisch und multikulti. Die Rassismusprobleme begannen erst hier in Deutschland. Als ich mal mit dem Fahrrad hier in Mannheim unterwegs war, hat mich ein Mann mit Glatze als „Nigger“ bezeichnet.

Und einmal in der überfüllten Straßenbahn, mit einer Freundin aus Angola kam ich gerade vom Deutschkurs im Goethe-Institut, wollte eine ältere Frau einsteigen. Wir haben ihr Platz gemacht, aber sie wollte plötzlich nicht mehr mit der Bahn fahren, obwohl es nun Platz gab. Sie sagte nur: Neben Schwarzen stehe ich nicht. Wir waren schockiert, meine Freundin weinte nur noch.

Niemand in der Straßenbahn hatte damals etwas unternommen, niemand hat etwas dazu gesagt. Das ist Rassismus, den es hier in Mannheim eben auch gibt.

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