Mannheim

Bildung Kundgebung des griechischen Elternvereins am Samstag / Nach 42 Jahren droht Ende des muttersprachlichen Unterrichts an der Waldhofschule

Beschluss der Kultusministerin mobilisiert Kritiker

„Finger weg von unserer Schule“, steht in roter Schrift auf blauem Grund. Darüber eine zum Protest erhobene Faust, die sich um einen Bleistift ballt. Das Plakat, das der „Verein der Eltern und Erziehungsberechtigten der griechischen Schule“ auf dem Waldhof entworfen hat, wird am Samstag wohl sehr oft zu sehen sein: bei einer Demonstration, zu der die Griechen für 15 Uhr aufrufen. Vom Schlossplatz aus geht es zur Kundgebung auf den Paradeplatz.

Grund für die Aktion: die Entscheidung des baden-württembergischen Kultusministeriums, den seit 42 Jahren an der Waldhof-Grundschule angebotenen muttersprachlichen Griechisch-Unterricht in den nächsten Jahren sukzessive zu beenden. Der Unterricht lief von Anfang an als „Schulversuch“. Erklärtes Ziel von Ministerin Susanne Eisenmann (CDU) ist es, die zahllosen laufenden Schulversuche im Land entweder in den Regelbetrieb zu überführen – oder aber ganz einzustellen. Im Falle des Griechisch-Unterrichts ist das der Fall.

Dagegen macht nicht nur der Elternverein Front. Unterstützt wird er von der Stadt, mehreren griechisch-orthodoxen Gemeinden und Vereinen, vom SV Waldhof – und von Politikern unterschiedlicher Couleur. So hatten neben Oberbürgermeister Peter Kurz sowohl Landtagsabgeordneter Stefan Fulst-Blei (SPD) als auch Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel (CDU) an Eisenmann geschrieben und sich für den Erhalt des muttersprachlichen Modells eingesetzt. Ersetzt werden soll es durch Konsulatsunterricht, der aber nicht mehr in den regulären Unterricht integriert wäre, sondern lediglich als freiwillige AG stundenweise an Nachmittagen angeboten würde.

Erfolgreiche Aktion bei SVW-Spiel

Fulst-Blei und Löbel werden nach Angaben des Elternvereinsvorsitzenden Konstantinos Cafaltzis auch bei der Kundgebung am Samstag auf dem Paradeplatz sprechen. Außerdem hätten sich der Ludwigshafener Grünen-Stadtrat Georgios Vassiliadis, der Mannheimer Erzpriester Georgios Basioudis und ein Vertreter der katholischen Gemeinden als Redner angesagt. Ende der Kundgebung ist gegen 18 Uhr.

Bereits zuvor war der Verein in die Öffentlichkeit gegangen – etwa beim Heimspiel des SV Waldhof gegen Chemnitz am 21. Dezember. An diesem Tag hätten 1700 Personen das Anliegen der Griechen mit ihrer Unterschrift unterstützt. Weitere 500 seien beim Neujahrsempfang der Stadt am Sonntag dazugekommen, teilte Cafaltzis am Mittwoch mit. Eine Online-Petition ans Kultusministerium mit dem Titel „Finger weg von der griechischen Schule Mannheim“ läuft unter der Adresse bit.ly/36M7v4e. Bis Mittwoch haben mehr als 5603 Personen unterschrieben.

Zum Thema