Mannheim

Besuch aus Berlin

Olaf Jahn hat mehr als 35 Jahre Journalismus-Erfahrung, doch das reicht ihm nicht. Der Journalist ist extra aus Berlin direkt in die Quadratestadt gereist. Sein Ziel: Den Redaktionsalltag einer Regionalzeitung kennenlernen. Zwei Tage lang war er deshalb zu Gast beim „Mannheimer Morgen“. „Ich möchte von Ihnen lernen“, sagt er am Montagmorgen bei der „MM“-Redaktions-Konferenz. Jahn ist seit 2012 einer von zwei Leitern der Berliner Journalistenschule (BJS). Dort bildet er Nachwuchsredakteure aus. In einer Redaktion arbeitet er aber seit sechs Jahren nicht. „Die technischen Anforderungen in der Medienproduktion verändern sich ständig, es geht wahnsinnig schnell“, sagt er.

Der Besuch ist eng getaktet. Morgens nach der Konferenz, wird ihm erklärt, wie das Redaktionssystem funktioniert und dann gezeigt, wie die Politikseiten entstehen. Mittags schaut er dem Blattmacher aus der Lokalredaktion über die Schulter, später beim Online-Team. Am Abend begleitet er die Chefredaktion in die Blattabnahme. „Ich habe gesehen, wie sich Überschriften und Texte im Laufe des Tages verändert haben und wie die Redakteure daran gefeilt haben“, sagt Jahn.

Am Dienstag übernimmt er dann die Rolle des Blattkritikers. Sein Fazit: „Eine Redaktion, die mit viel Energie versucht, sich dem Umbruch in der Medienlandschaft zu stellen und stark an ihren Themen arbeitet.“ Jahn hat an der Axel-Springer-Akademie seine journalistische Ausbildung, das Volontariat, absolviert. Nach Stationen beim Hamburger Abendblatt, der Berliner Morgenpost und der ARD, arbeitete er bei der Nachrichtenagentur dapd, wo er „MM“-Chefredakteur Dirk Lübke kennenlernte. zyl