Mannheim

Bilanz der Silvesternacht in der Region

Archivartikel

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis.Das Polizeipräsidium Mannheim hat eine erste Bilanz der Einsätze zum Jahreswechsel 2020/21 gezogen. 
Zwischen dem Silvesterabend, 18 Uhr und dem Neujahresmorgen, 6 Uhr, registrierte das Lagezentrum des Polizeipräsidiums insgesamt 570 Einsätze. Mit Blick auf die Gesamteinsatzzahlen vergangener Jahre (im Vergleich lag 2019 die Zahl der Einsätze bei 588; im Jahr davor bei 633; und 2017 zählte man 661 Einsätze) deutet dies zwar nur auf einen leichten Rückgang hin, bei einer genaueren Betrachtung zeigt sich ein differenzierteres Bild. 

Silvestertypische Delikte wie Ruhestörungen (45 Fälle in Mannheim,18 in Heidelberg und 27 im Rhein-Neckar-Kreis), Körperverletzungen (gemeldet wurden zwei Delikte in Mannheim, ein Fall in Heidelberg und drei Vergehen im Rhein-Neckar-Kreis) oder Schlägereien (lediglich ein Einsatz im Rhein-Neckar-Kreis) haben laut Polizeibericht deutlich abgenommen. 

Eine Vielzahl der gemeldeten Ruhestörungen bezog sich nach Angaben der Polizei auf lauten Partykrach, der aus Privatwohnungen drang. Bei den Überprüfungen wurden neun unerlaubte Partys (Mannheim: drei; Heidelberg: zwei; Rhein-Neckar-Kreis: vier) festgestellt. Die Feiern wurden beendet, insgesamt 41 Personen müssen sich verantworten und bekommen demnächst Post vom Ordnungsamt.

Mit mehr als einem Fünftel aller Einsätze in der Silvesternacht lag das Gros um den tatsächlich Jahreswechsel zwischen 0 Uhr und 1 Uhr. Rund 130 Mal mussten Streifen ausrücken. Gegen 17 Personen, die Feuerwerkskörper im öffentlichen Raum zündeten, wird derzeit ermittelt.

Zu insgesamt sechs Bränden mussten die Rettungskräfte ausdrücken, um meistens kleine Feuer zu löschen, die offenbar durch Feuerwerkskörper entstanden sind. So kurz nach Mitternacht in Dossenheim, wo ein Weihnachtsbaum in der Ortsmitte abbrannte und dadurch ein in der Nähe stehendes Auto leicht beschädigt und die Fassade der Sparkasse verrußt wurde. Beim Brand einer Wohnung der Neckarpromenade in Mannheim entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro. Ein Bewohner wurde zudem leicht verletzt. Das Kriminalkommissariat Mannheim hat die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen.

Bei insgesamt fünf Verkehrsunfällen im Einsatzgebiet wurde nur eine Autofahrerin leicht verletzt. Der Sachschaden ist jedoch teilweise enorm; etwa bei einer zerstörten Blitzersäule in Mannheim.

Polizeipräsident Andreas Stenger zeigte sich mit dem Verlauf in der Silvesternacht zufrieden. "Es war insgesamt friedlich und ruhig. Natürlich wurde geböllert, aber zumeist nur auf dem privaten Gelände. Es gab vor allem keine Menschenansammlungen im öffentlichen Raum. Vielmehr waren viele Straßen in den Innenstädten der Region menschenleer."

Die Polizei hatte bereits im Vorfeld in jedem der insgesamt 17 Polizeireviere deutlich erhöht und an wichtigen Punkten in den Stadtgebieten ihre Präsenz verstärkt. Zudem zeigten sich die Einsatzleiter mit der Arbeit im Vorfeld zufrieden. Die Ankündigungen, engmaschige Kontrollen durchzuführen, zeigt nach Einschätzung des Stabsleiters Öffentlichkeitsarbeit Wirkung. Nach 20 Uhr waren demnach nur sehr wenige Fahrzeuge und Personen in der Region unterwegs. Die Ausgangsbeschränkungen wurden weitestgehend auch in der Silvesternacht von der Bevölkerung respektiert, so die Bilanz.

2750 Verstöße gegen Corona-Verordnung an Silvester im Südwesten

Die Polizei hat in Baden-Württemberg in der Silvesternacht mehr als 2750 Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt. Das teilte das Innenministerium am Freitag mit. Davon waren unter anderem 1300 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen nach 20 Uhr, rund 550 Verstöße gegen die Maskenpflicht und 250 Verstöße gegen die Abstandsregeln.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) zog dennoch eine positive Bilanz: "Die Bevölkerung hat in der Silvesternacht die Regeln, die für den Infektionsschutz unbedingt notwendig sind, ganz überwiegend eingehalten", sagte Strobl. "Jeder einzelne Verstoß ist ein Zeichen von mangelnder Solidarität gegenüber der gesamten Gesellschaft und vor allem gegenüber denen, die sich an die Infektionsschutzmaßnahmen halten", so Strobl.

Um die Einhaltung der Corona-Verordnung in der Silvesternacht zu überwachen, hatte die Polizei im Südwesten verstärkt Kontrollen angekündigt. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern im öffentlichen Raum war verboten. Auch an Silvester galten die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. (lsw)

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