Mannheim

Neckarstadt-West Zweite Auflage der Haltestelle Fortschritt am Neckarufer zum Thema Wohnen

Brachfläche mit Leben füllen

Ein Raum ohne Wände – das gibt es nicht? Die Haltestelle Fortschritt beweist das Gegenteil und zeigt, wie mit einfachen Mitteln etwas Besonderes entstehen kann – auch im übertragenden Sinne. Neben dem Einraumhaus am Neckarufer, gegenüber vom Alten Meßplatz in der Neckarstadt-West, zeigen Holzpfeiler in die Luft, sie markieren eine Grenze, lassen den Raum aber dennoch offen wirken.

Das ist auch der Grundgedanke der Haltestelle Fortschritt, die bereits im vergangenen Jahr auf die ungenutzten Flächen an der Rheinstraße unter den Verkehrsirrungen und -wirrungen aufmerksam gemacht hat: Das Konzept soll Ideen offen sprießen lassen, auch wenn es (stadt)planerische Grenzen gibt. Die Organisatoren um Wulf Kramer und Robin Lang vom Architektenbüro „yalla yalla“, Philip und Johannes Brückner vom gleichnamigen Designbüro und Sarah Pint wollen mit jener brachliegenden Fläche zwischen Altem Bahnhof und Lidl-Filiale erneut einen Ort in Erinnerung rufen, der mehr oder weniger unbespielt ist und nicht den besten Ruf hat, „ein Un-Ort sozusagen“, erklärt Architekt Kramer.

Diskussion um Stadtplanung

Die Stelle könnte nicht passender gewählt sein, möchte das Fünfer-Team mit 15 bis 20 Helfern nicht nur die Brachfläche für eine Nutzung auf den Plan bringen, sondern auch Lösungen liefern. Gestern haben Masterstudenten für Design an der Hochschule Mannheim ihre Projekte in einem Stadtrundgang vorgestellt. Unter anderem zeigten sie den Mietpreisverlauf auf dem Land, in Mannheim und anderen Städten wie München auf. Denn ums Wohnen drehen sich die Aktionen. Es werden verschiedene Themen passend dazu aufgegriffen – wie sozialer Wohnraum oder demografischer Wandel, der Auswirkungen auf alle gesellschaftlichen Bereiche hat, und auch Gentrifizierung, also die Verdrängung von Einwohnern aus einem Stadtteil wegen zu hoher Mieten.

Mit einem Symposium am Mittwoch, 11. Juli, um 14 Uhr startet der Höhepunkt der zweiwöchigen Initiative. Fünf Vertreter aus München, Berlin, Zürich, Stuttgart und Mannheim berichten zu dem Leitthema „Wohin willst du wohnen?“ über stadtplanerische Ansätze aus ihrer Region. Danach geht es in die Diskussion mit Oberbürgermeister Peter Kurz. Am Freitag, 13. Juli, endet die Haltestelle Fortschritt, die unter anderem vom Kulturamt mitfinanziert wird. Die Organisatoren sind ehrenamtlich engagiert.