Mannheim

Fasnacht II Dörner bleibt Chef der Karnevalskommission

Brauchtum auf dem Prüfstand

Die Karnevalskommission will gleich nach der neuen Kampagne in einer Sitzung mit allen Vereinen über die Zukunft des Brauchtums nachdenken und Wege der Zusammenarbeit suchen. Das kündigte der Präsident der Dachorganisation, Thomas Dörner, bei der Mitgliederversammlung an.

"Es ist lange nach 12 Uhr. Ich bitte Euch von Herzen, Animositäten und Konkurrenzdenken hinten anzustellen", appellierte er an die Vertreter der Vereine. Man müsse "zusammen Lösungen suchen, wie die Fasnacht weiterlebt", da sie "nicht mehr den Stellenwert früherer Jahre" habe, wie er bedauerte. Immer mehr Vereine litten unter Kostendruck, hohen Mieten von Veranstaltungsräumen, und sie könnten die Programme ihrer Prunksitzungen nicht mehr aus eigenen Reihen bestreiten. Daher seien sie "gezwungen, aus Kostengründen auf Veranstaltungsarten zurückzugreifen, die mit dem unmittelbaren Brauchtum kaum noch zu tun haben", beklagte er.

Hohe Kosten für Fasnachtszug

Dörner, Speditionskaufmann und Vertriebsleiter eines Schwertransport- und Kranunternehmens sowie 2002 Stadtprinz, steht seit 2014 an der Spitze der Dachorganisation. Sie wurde 1951 gegründet und umfasst 27 Karnevalsvereine. Dörner wurde jetzt ebenso einstimmig für weitere drei Jahre wiedergewählt wie seine Vizepräsidenten Sabine Kowalski und Frank Just, Schatzmeisterin Petra Ziegler sowie die beiden Beisitzer, Rolf Braun und Horst Lederer.

Hauptaufgabe der Karnevalskommission ist die Organisation des Fasnachtszugs, wobei sie selbst "Kleppergarde", Prinzenpaarwagen und "Schwellköpp" stellt. "Die Vorbereitung dieses Großereignisses ist eigentlich ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen", erklärte Dörner. Zu dem großen zeitlichen Aufwand kämen stark steigende Kosten für die wachsenden Sicherheitsvorkehrungen. Bislang zahlt die Stadt einen Zuschuss von 40 000 Euro, der aber bei weitem nicht mehr ausreicht. Oliver Althausen vom Kulturdezernat der Stadt teilte daraufhin mit, dass im neuen Etatentwurf auf Initiative der beiden großen Fraktionen ein "auskömmlicher Betrag" vorgesehen sei - auch wenn der, wie alle Zuschüsse, um ein Prozent gekürzt werde. pwr

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