Mannheim

Geburtstag Ex-Bibliothekschef Klaus Hohlfeld wird 80

Bücher sind sein Leben

Archivartikel

Erst Anfang Mai war er in Berlin und stellte als Sprecher der Jury „Das politische Buch“, das jedes Jahr von der Friedrich-Ebert-Stiftung prämiert wird, den Siegertitel vor – zum letzten Mal. Denn da Klaus Hohlfeld, der frühere Leiter der Mannheimer Stadtbibliothek, heute 80 Jahre alt wird, hat er sich entschlossen, diese Funktion aufzugeben – nach immerhin 37 Jahren, in denen er pro Jahr bis zu 180 Bücher begutachtete.

Motor des Bibel-Projekts

Denn Bücher waren und sind sein Leben – auch im Ruhestand. In Freital bei Dresden geboren, kam er als „Republikflüchtling“ über Berlin in den Westen. Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte in Freiburg und Erlangen besuchte Hohlfeld das Süddeutsche Bibliothekarinstitut in Stuttgart.

In dieser Zeit kam er als Praktikant nach Mannheim in die Stadtbücherei – und überzeugte den damaligen Leiter Willi Wendling von sich. 1973 holte der Hohlfeld als seinen Stellvertreter, drei Jahre später übertrug man ihm die Leitung. Über ein Vierteljahrhundert, bis zum Ruhestand 2002, prägte Hohlfeld die Stadtbücherei, baute das Zweigstellennetz aus, bewältigte den Umzug vom Dalberghaus ins Stadthaus.

Als Ruheständler blieb der Sozialdemokrat stets aktiv. Besonders stolz kann er auf das Projekt „Mannheimer Bibel“ sein. Mit Pfarrer Scholpp und Michael Wegner zählte Hohlfeld – gerade dank seinem Sachverstand – zu den Motoren der Idee, dass 2017 zum Reformationsjubiläum 610 Menschen die 76 biblischen Bücher von Hand abschrieben. Inzwischen liegt das Werk auf dem Altar der Christuskirche, für die er und seine Frau sich schon lange stark engagieren. pwr