Mannheim

Corona-Pandemie Soldaten nehmen im Diagnose-Stützpunkt Abstriche vor / Unterstützung für das Gesundheitsamt soll verlängert werden

Bundeswehr hilft dem Mannheimer Klinikum beim Testen

Archivartikel

Der Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Mannheim wird ausgeweitet. Er erstreckt sich nun auch auf das Klinikum. Das hat die Universitätsmedizin dieser Redaktion auf Anfrage bestätigt. Ab Freitag unterstützen Soldaten den Coronavirus Diagnose-Stützpunkt auf der Grünfläche an der Ecke Röntgenstraße/Theodor-Kutzer-Ufer. Sie werden sowohl dort Abstriche vornehmen als auch die mobilen Teams, die etwa Bewohner und Mitarbeiter in Altenheimen testen, verstärken. Dazu sind zehn ausgebildete Sanitätssoldaten und zwei weitere Angehörige vom Sanitätsregiment 3 „Alb-Donau“ aus Dornstadt nach Mannheim abgeordnet worden. Die Einheit ist bekannt für die sanitätsdienstliche Versorgung der Bundeswehr im Auslandseinsatz, aber auch zuständig für die Zivil-Militärische Zusammenarbeit im süddeutschen Raum.

Quartier in der Jugendherberge

Untergebracht werden sie in Mannheim in der Jugendherberge. Dort schlafen bereits die 30 Soldaten vom erst 2019 neu aufgestellten Panzerbataillon 363 in der Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim im Odenwald. Sie sind seit Mitte Oktober in Mannheim und für das Gesundheitsamt tätig. Im Schichtbetrieb helfen sie sieben Tage in der Woche, Kontaktpersonen von Corona-Infizierten zu kontaktieren. Sie erledigen zudem damit zusammenhängende Büro- und Dokumentationsarbeiten. Hoheitliche Tätigkeiten, also etwa selbst Quarantäne anordnen, dürfen die Soldaten nicht ausüben. Der Einsatz ist zunächst bis Anfang Dezember befristet, soll auf Wunsch der Stadt aber wohl verlängert werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Anfang Oktober den Städten, in denen die Neuinfektionen stark zunehmen, Hilfe zugesagt – Mannheim fällt in diese Kategorie. Dort werde die Bundeswehr „auf Bitten der jeweiligen Stadt“ Experten in die Krisenstäbe entsenden sowie Soldaten schicken, die bei der Kontaktnachverfolgung helfen, hieß es.

Zunächst wollte die Stadt nicht auf Hilfe durch das Militär zurückgreifen, forderte dann aber doch die Hilfe der Truppe an. Sofort kam auch die Genehmigung vom Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin. Gesteuert wird diese sogenannte Amtshilfe vom Landeskommando Baden-Württemberg und vom Mannheimer Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, das aus besonders qualifizierten Reservisten besteht.

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