Mannheim

Premiere Zirkus Paletti präsentiert sein neues Programm

Bunte Kostüme und spannende Geschichten

Archivartikel

Schon eine Dreiviertelstunde vor Beginn der Show ist es voll im bunten Zelt des Kinder- und Jugendzirkus Paletti im Pfeifferswörth. Wer Hunger oder Durst hat, kann sich vor der Show mit Getränken, selbst gebackenem Kuchen und Popcorn eindecken.

Dann wird das Licht gedimmt. Das Publikum klatscht gespannt, bis der Vorhang aufgeht und eine siebenköpfige Kugelnummer das Programm eröffnet. Ein erstes erstauntes Raunen geht durch die Menge. Die sieben Mädchen jonglieren, turnen und springen Seil auf den Kugeln. Sie sind an diesem Wochenende mit vier Shows Weltraummechatroniker. Denn das Motto lautet „Knall im All“.

Der Urknall wurde in der Manege von einer der Weltraummechatronikerinnen ausgelöst – einem schusseligen Lehrling. Dieser wird in der zweiten Nummer bildlich dargestellt. Alle 61 Artisten zeigen in einer riesigen Akrobatiknummer mit Jonglage-Einlagen schon mal eine Kostprobe der Show, bis es dann mit einer weiteren, kleineren Akrobatiknummer weitergeht. Jonglage mit Keulen, Tüchern, Bällen und Ringen, Seiltanz und eine Einlage an zwei Luftringen folgen. Immer wieder brandet der Applaus der jungen und älteren Besucher auf.

Vier Meter hohe Stange

Besonderes Highlight ist der Chinesische Mast. Ungläubiges Staunen macht sich breit, als die kleinen und großen Artisten an der etwa vier Meter hohen Stange hochklettern und akrobatische Kunststücke zeigen. Nach der kurzen Pause geht es weiter. Die Einradnummer trifft im Publikum auf helle Begeisterung. Luftige Nummern am Trapez und Vertikaltuch stellen die Weltreisen der Menschen auf der Erde dar. Doch diese reichen den Menschen bald nicht mehr, und so fangen die Diabolospieler an, eine Rakete zu bauen, um damit ins All abzuheben.

Das Programm endet nach knapp zwei Stunden mit der letzten Nummer, ein Seiltanz in einer fernen Galaxie. Beim Finale versammeln sich alle Artisten und tanzen noch ein letztes Mal in der Manege.

Annette, Mutter des zweijährigen Louis, ist beeindruckt von der Performance der Artisten. „Ich fand den Chinesischen Mast super. Und die teilweise sogar dreistöckigen Pyramiden waren auch sehr beeindruckend.“ Roman, der Soziale Arbeit studiert und sein Praxissemester beim Zirkus Paletti absolviert, ist begeistert von den Kindern. Er unterstützt sie bei den Proben und ist bei den Schulprogrammen dabei.

Carmen sitzt heute an der Kasse des Getränke- und Kuchenverkaufs. Ihre Tochter hat in den vier Shows in den Disziplinen Vertikaltuch und Akrobatik mitgemacht. „Wir als Eltern sind quasi zur Mitarbeit verpflichtet. Das wäre anders gar nicht möglich“, erklärt sie. Der gesamte Verkauf wird von den Eltern geleitet, denn die hauptamtlichen Trainer sind während der gesamten Show hinter der Manege beschäftigt.

Auch Geschäftsführer Tilo Bender sagt, der Erarbeitungsprozess der Show sei etwas ganz Besonderes. Die Kinder überlegen sich mit den Trainern ein Thema und eine dazu passende Handlung. „Dadurch sind die Kinder viel motivierter. Sie können sich besser mit der Show identifizieren, wenn sie wissen, dass ein Teil von ihnen in der Aufführung steckt.“ „Und kurz vor der Show haben wir richtig viele Proben“, sagt die 13-jährige Jana. Sie hat beim Seiltanz und am Trapez mitgewirkt.

Ende Januar beginnen neue Kurse. Wer mitmachen will, muss schnell sein: Die Kurse sind meist in wenigen Minuten ausverkauft.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/mannheim

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