Mannheim

Verfolgungsjagd Polizeistreife nimmt verdächtigen Geruch wahr

Cannabis-Plantage zufällig entdeckt

Eine Zivilstreife des Polizeireviers Neckarau hat einen flüchtigen Fahrradfahrer verfolgt – und nebenbei einen ungeahnten Fang gemacht. Per Zufall entdeckten die Beamten eine Cannabis-Plantage in einer Kleingartenanlage.

Ihr Erfolg, über den das Präsidium nun die Öffentlichkeit informierte, glückte zwei Polizisten bereits am 31. Juli. Sie fuhren in Zivil auf Rädern durchs Niederfeld und über den Almenhof. Gegen 16.30 Uhr wollten sie einen 40-jährigen Radfahrer kontrollieren. Der flüchtete in Richtung Rheinbadweg. Als ihm der Weg abgeschnitten wurde, stoppte er kurz, holte aus seiner Hose ein Fläschchen, warf es in einen Kleingarten und fuhr weiter. Nachdem die Beamten den Mann wenig später gefasst hatten, kehrten sie zu der Anlage zurück. Bei der Suche nach dem Fläschchen – in dem, wie sich später herausstellte, Amphetamin war – fiel ihnen Marihuana-Geruch auf. Durch den Gartenzaun entdeckten sie schließlich auf dem Nachbargrundstück die Cannabis-Plantage.

31 Pflanzen sichergestellt

Mit einem gerichtlichen Durchsuchungsbeschluss durchkämmten Polizisten den Garten und stellten 31 Cannabispflanzen sicher. Diese seien „mit hochwertigem Equipment professionell aufgezogen“ worden, heißt es. Zudem fand sich eine Ernte von knapp 325 Gramm Marihuana. Ein 26-Jähriger soll die Plantage betrieben haben. Ob der Grundstückspächter daran beteiligt war, muss laut Polizei noch ermittelt werden. Beide Männer wurden wegen des Verdachts auf Drogenhandel angezeigt.

Der Radfahrer, der die Beamten auf die Spur der Plantage brachte, soll von dieser weder gewusst noch einen der Männer gekannt haben. Auch gegen ihn wird nun ermittelt, wegen Drogenbesitzes. Da es sich bei dem gefundenen Amphetamin jedoch nur um 0,55 Gramm handelt, droht ihm vermutlich keine allzu hohe Strafe – ganz im Gegensatz jedenfalls zu dem oder den Verantwortlichen für die Marihuana-Plantage. Er oder sie dürften den 40-Jährigen dafür verfluchen, sein Fläschchen ausgerechnet in jenen Garten geworfen zu haben. 

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