Mannheim

Studie Erkenntnis über Akzeptanz von Managerinnen

Chefs lehnen Frauenquote für Spitze ab

Wer unterstützt die Frauenquote in Aufsichtsräten? Wer lehnt sie ab? Ein Forschungsteam der Universitäten Mannheim und Göttingen ist dieser Frage nachgegangen. Die Ergebnisse zeigen eine starke Schwankung, wenn es auf die Unterstützung zwischen Männern und Frauen ankommt. Im europäischen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit der geringsten Unterstützung der Geschlechterquote.

Mit diesen Ergebnissen könnten Forscher nun erstmals festellen, welche Faktoren dazu beitragen, dass die 2016 eingeführte Geschlechterquote unterstützt oder abgelehnt wird. Die höchste Unterstützung findet sich unter alleinstehenden Frauen, die selbst in einer Führungsposition tätig sind. Dagegen lässt sich bei verheirateten Frauen und jungen Männern die geringste Unterstützung finden. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift für sozialwissenschaftliche Forschung „Soziale Welt“ veröffentlicht.

Chefinnen unterstützen Frauen

Professorin Katja Möhring und Christopher Buss von der Uni Mannheim haben mit Professorin Céline Teney vom Institut für Soziologie der Universität Göttingen individuelle und arbeitsplatzspezifische Faktoren für die Unterstützung der Frauenquote untersucht. Insgesamt wurden Daten von 2544 Befragten ausgewertet. „Die Daten zeigen, dass die Geschlechterquote auf die stärkste Ablehnung bei jenen stößt, die sich durch diese Maßnahme ausgegrenzt fühlen oder ihre zukünftigen Arbeitsmarktchancen gefährdet sehen“, erläutert Teney. Männer im Top-Management lehnen die Quote stärker ab als Männer, die im mittleren Management tätig sind oder keine Führungsposition innehaben. Im Gegensatz dazu unterstützen Frauen, die selbst in einer Führungsposition tätig sind, die Quote besonders stark.

Neben dem Geschlecht und der eigenen Position auf dem Arbeitsmarkt zählt auch die Wahrnehmung der Ungleichbehandlung von Frauen sowie bei Männern das Alter zu den entscheidenden Faktoren. Insbesondere jüngere Männer lehnen die Quote eher ab. Sowohl Frauen als auch Männer unterstützen die Frauenquote stärker, wenn sie eine Ungleichbehandlung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt wahrnehmen. „Die eigene Wahrnehmung von Ungleichheiten und persönliche Erfahrungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Bewertung von Gleichstellungsmaßnahmen“, stellt Möhring fest. Geschlechterquote in Unternehmen – wie stehen die Europäer dazu? In einer weiteren Studie haben die Forscherinnen aus Mannheim und Göttingen erstmals auch die Einstellung der europäischen Bevölkerung zur Geschlechterquote in Vorständen und Aufsichtsräten untersucht. Das Ergebnis: Die Zustimmung zur Geschlechterquote zwischen den europäischen Mitgliedsstaaten variiert stark. 

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