Mannheim

Neuostheim Jahresbilanz zum Rettungshubschrauber

„Christoph 53“ startet immer öfter

Archivartikel

Der auf dem Flugplatz Neuostheim stationierte Rettungshubschrauber hebt immer öfter ab. Das geht aus der Jahresbilanz 2018 der DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG hervor, dem Betreiber der Maschine. Danach gab es im vergangenen Jahr 1290 Einsätze der auf den Funkrufnamen „Christoph 53“ hörenden Maschine. Im Vorjahr ging sie 1281 mal in die Luft, 2016 wurde die dreiköpfige Besatzung aus Pilot, Rettungsassistent und Notarzt 1234 mal alarmiert.

Der „Christoph 53“ ist einer von 31 Standorten der DRF Luftrettung. Die Station befindet sich seit 1. Juli 1986 am Mannheimer Flugplatz. Ursprünglich war die Maschine nur als Intensivtransporthubschrauber für den schnellen und schonenden Transport von Patienten zwischen Kliniken gedacht. Seit 1996 ist sie voll in die Notfallrettung integriert und hebt dann ab, wenn sie das Rettungsmittel ist, dass den Notarzt am schnellsten zum Einsatzort bringt – in der Regel im Umkreis von 60 Kilometern. Meist geht es um Unfälle, an zweiter Stelle der Alarmierungsgründe steht ein Herzinfarkt.

Nachts noch am Boden

In ihrem Jahresbericht hebt die DRF ausdrücklich ihre „Nachtflugexpertise“ hervor: Im Jahr 2018 stieg die Anzahl nächtlicher Einsätze der rot-weißen Hubschrauber um zwanzig Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit zehn Stationen betreibt die DRF Luftrettung die meisten 24-Stunden-Stationen in Deutschland, aber nur eine in Baden-Württemberg – in Villingen-Schwenningen. Braucht das Universitätsklinikum nachts einen schnellen Transport, ruft es „Christoph Thüringen“ aus Bad Berka, den Helikopter aus Nürnberg oder Gießen. Daher forderte der SPD-Landtagsabgeordnete Boris Weirauch im Oktober, Mannheim zum 24-Stunden-Standort auszubauen (wir berichteten). Dazu nun erneut befragt, wollte die DRF aber „derzeit leider nichts sagen“, wie es auf Nachfrage hieß. Im Auftrag des Innenministeriums wird derzeit ein Gutachten zur Bedarfsplanung im Luftrettungsdienst in Baden-Württemberg erstellt. „Sobald dieses Gutachten vorliegt, können wieder zielführende Aussagen zur Entwicklung der Nacht-Luftrettung gemacht werden“, so die DRF.