Mannheim

Classics-Prozess - Öffentlichkeit ausgeschlossen

Mannheim.Wegen eines bewaffneten Überfalls auf zwei Pizzaboten und weiterer Straftaten müssen sich seit Freitag drei junge Männer vor dem Mannheimer Landgericht verantworten. Sie werden der Jugendbande „Classics“ zugerechnet. Da sie zur Tatzeit erst 17 beziehungsweise 18 Jahre alt waren, wurde die Öffentlichkeit zu Prozessbeginn auf Antrag der Verteidiger vom gesamten Verfahren ausgeschlossen. Der Vorsitzende Richter Joachim Bock begründete dies mit möglichen Nachteilen für die persönliche und soziale Entwicklung der Drei. Zudem könne Publikum im Saal den einen oder anderen vielleicht zu „Imponiergehabe“ verleiten.

Den Angeklagten wird ein Überfall auf zwei Pizzaboten vorgeworfen, die sie am 25. Januar gegen halb zwei in der Nacht auf die Schönau bestellt haben sollen. Laut Staatsanwaltschaft wurde ein 34-Jähriger, der die Pizza brachte, vor der genannten Adresse von ihnen und mehreren Mittätern mit mindestens zwei Schusswaffen bedroht und ausgeraubt. In seiner Geldbörse befanden sich rund 800 Euro. Ein 41-Jähriger, der zunächst im Wagen gewartet hatte, wollte seinem Kollegen zu Hilfe kommen. Darauf sollen ihm die Jugendlichen eine Schusswaffe an den Kopf gehalten und ihm die seine Brieftasche mit rund 280 Euro gestohlen haben. Auch die Thermobox mit der Pizza wurde entwendet. Einer der Angeklagten wird zudem beschuldigt, im Dezember vergangenen Jahres am Rande des Weihnachtsmarktes Polizisten attackiert zu haben. Um diese Vorfälle geht es auch bei einem Prozess gegen vier Jugendliche, der gerade vor dem Amtsgericht läuft.

Als die Drei, die jetzt vor dem Landgericht stehen, im März dem Haftrichter vorgeführt wurden, sollen etwa zehn weitere Jugendliche aus dem Umfeld der "Classics" versucht haben, dies zu verhindern. Zwei wurden damals vorübergehend festgenommen.