Mannheim

Pandemie Land stockt Bonus des Bundes auf 570 000 Euro auf

Corona: Prämie für das Klinikum

Archivartikel

Das Mannheimer Klinikum gehört zu jenen 433 bundesweiten Krankenhäusern, die von der Corona-Prämie des Bundes profitieren. Weil die Universitätsmedizin die festgelegten Kriterien erfüllt hat, bekam es 380 000 Euro zugeteilt. Das Land Baden-Württemberg stockte um 50 Prozent auf, so dass insgesamt 570 000 Euro verteilt werden können – vorwiegend an Personal von den Intensivstationen.

Wer wie viel bekommt, hat der Betriebsrat in einer von der Geschäftsführung übernommenen Vorschlagsliste erarbeitet. Außerdem sieht der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst eine „Corona-Sonderzahlung“ vor. Wie Klinikumsprecher Dirk Schuhmann erläutert, betragen die einzelnen Summen 300, 400 und 600 Euro – und zwar derart gestaffelt, dass Beschäftigte mit dem geringsten Grundlohn die höchste Zahlung gekommen.

Bei der Corona-Prämie des Bundes gingen das „Theresien“ und „Diakonissen“ leer aus, weil die beiden Häuser während der ersten Pandemie-Welle nicht die vorgeschriebene Zahl von Covid-19-Patienten erreicht haben. Bei der Belegschaft sorgte in den letzten Tagen für Irritationen, dass manche Beschäftigte der beiden christlichen Hospitäler eine tarifliche Einmalleistung bekommen, aber andere nicht. „Das hängt mit unterschiedlichen Tarifverträgen zusammen“, erläuter der kaufmännische Direktor Jens Nily.

Abweichende Arbeitsverträge

Beide Häuser sind zwar unter dem Dach der Barmherzigen Brüder Trier (BBT-Gruppe) vereint – gleichwohl gelten aufgrund unterschiedlicher Träger aus der Zeit vor dem Zusammenschluss abweichende Arbeitsverträge. Und so steht Beschäftigten mit einer Anstellung auf Grundlage des Tarifs für den öffentlichen Dienst (TVöD) eine Corona-Einmalzahlung zu. Für Personal mit Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) der Diakonie seien bislang keine Corona-Prämien festgelegt worden, so Nily. „Bei entsprechenden Vereinbarungen werden wir diese natürlich leisten.“

Die Sonderzahlungen des Bundes beziehen sich auf den Behandlungszeitraum bis 31. Mai. Möglicherweise wird es angesichts der zweiten, noch heftigeren Pandemiewelle, die Pflegekräfte und Ärzte massiv herausfordert, einen weiteren Bonus geben, auch für Altenheime. Jedenfalls hat Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass er über eine weitere steuerfreie Regelung im neuen Jahr nachdenken wolle. Ohnehin ist Kritik laut geworden, weil von der Frühjahrs-Corona-Prämie lediglich 20 Prozent der Krankenhäuser profitieren.

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