Mannheim

Coronavirus verstärkt laut Kommunen Verödung der Innenstädte

Archivartikel

Mannheim.Das Coronavirus trägt aus Sicht der Kommunen zur Verödung der Innenstädte bei. "Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Katalysator: Sie forciert den Online-Handel und könnte viele Einzelhändler zur Geschäftsaufgabe zwingen", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung am Dienstag in Mannheim. Um Dominoeffekte zu vermeiden, müsse jetzt gehandelt werden. Der Verband fordert eine höhere Städtebauförderung von Bund und Ländern für innovative Innenstadtkonzepte über die derzeit 790 Millionen Euro jährlich hinaus.

Zudem solle das Vorkaufsrecht der Kommunen beim Erwerb von Liegenschaften gestärkt werden, betonte Jung, der auch Leipziger Oberbürgermeister ist. Das in Mannheim zusammengekommene Präsidium des Verbandes schlug überdies vor, dass Kommunen mittels eines von Bund und Ländern gespeisten Fonds Schlüsselimmobilien wie aufgegebene Kaufhausfilialen vorübergehend erwerben können. Mit diesen Gebäuden könnten dann die Zentren neu entwickelt werden.

Die 20 Oberbürgermeister wollen dafür eintreten, den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung von Grundschülern zeitlich zu entzerren. So soll er nicht im Jahr 2025 erfüllt werden, sondern in einer Stufenlösung zwischen 2025 und 2028. Sonst seien viele Kommunen finanziell, räumlich und organisatorisch überfordert. Nach Angaben des Städtetags müssen dafür rund eine Million zusätzliche Plätze geschaffen werden. Auch das dafür notwendige Personal muss auf dem leer gefegten Markt gefunden werden.

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