Mannheim

Schifffahrt Mehrere Veranstaltungen zum Jubiläum „150 Jahre Mannheimer Akte“

Das Original kehrt zurück

Archivartikel

Die deutsch-französische Wasserschutz-Brigade Kehl gibt ihr das Geleit: das Original der „Mannheimer Akte“ kehrt von Straßburg nach Mannheim zurück – zumindest vorübergehend. Die deutschen und französischen Polizisten, zuständig für eine Strecke von rund 160 Kilometern von Basel bis zum Raum Karlsruhe, eskortieren die kostbare Fracht, handelt es sich bei dem 1868 unterzeichneten Dokument doch um das älteste heute noch gültige internationale Vertragswerk.

Am Schiffermast am Stephanienufer, 1968 zum 100. Geburtstag der „Mannheimer Akte“ errichtet, wird die Galabeflaggung aufgezogen: Der Mannheimer Schiffahrtsverein, die Gesellschaft zur Förderung des Binnenschiffahrtsrechts, das Institut für Transport-und Verkehrsrecht der Universität Mannheim ebenso wie das Historische Institut, Hafen, Hafenclub, Verlag Waldkirch und die Zentralkommission für die Rheinschiffart laden gemeinsam am Mittwoch 10. Oktober ab 16.30 Uhr ans Stephanienufer ein. Feierlich soll das 150 Jahre alte Dokument empfangen werden.

Es wurde einst in Mannheim ausgehandelt. Keine Zölle, keine Behinderungen, freier Waren- und Personenverkehr von der Quelle bis zur Mündung in das Meer – was die damals sechs Uferstaaten 1868 verabredeten, gilt noch heute. Zunächst war die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, die das überwachen sollte, auch im Mannheimer Schloss, doch nach dem Ersten Weltkrieg zog sie nach Straßburg. Seither lagert das Original des Vertrages dort. Zum Jubiläum kehrt dieses bedeutende Dokument nun für eine begrenzte Zeit an seinen Ursprungsort zurück. Das Historische Institut der Universität hat mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg dazu eine kleine Ausstellung vorbereitet.

Ausstellung im Schloss

„Es ist der Anfang einer wunderbaren Freundschaft, diese Kooperation soll weitergehen“, so Hiram Kümper, Professor am Historischen Institut, über die Zusammenarbeit mit der Schlossverwaltung. Zur Ankunft der Urkunde im Schlossmuseum am 10. Oktober gegen 18 Uhr wird Thomas Nicklas von der Université de Reims einen Vortrag halten, zudem Kurator Benedikt Bego-Ghina in die Ausstellung einführen.

Mehr an das Fachpublikum wenden sich zwei weitere große Veranstaltungen zum Jubiläum „150 Jahre Mannheimer Akte“. Das Institut für Transport-und Verkehrsrecht der Universität lädt zur 15. Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht am 16. Oktober ein. Am 17. Oktober folgt im Schloss ein ganztägiger Kongress vom Bundesministerium für Verkehr gemeinsam mit der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt. Er soll die aktuelle Relevanz der „Mannheimer Akte“ diskutieren und deren Inhalte mit einer „Mannheimer Erklärung“ der Rhein-Anliegerstaaten bekräftigen.