Mannheim

Jahresbilanz Bauarbeiten wirken sich auf Großveranstaltungen aus / Museum und historische Räume ziehen mehr Gäste an

Das Schloss zählt weniger Besucher

Mannheim.Mehr Gäste in den historischen Räumen und dem kleinen Museum, aber weniger bei Veranstaltungen – das ergibt die Besucherbilanz für das Schloss, die nun die Staatlichen Schlösser und Gärten vorgelegt haben. Unter dem Strich steht aber ein Minus von 6,8 Prozent: 98 535 Menschen wurden danach in dem Barockbau in 2018 gezählt. Im Vorjahr waren es 105 671.

Damit ist die Besucherzahl zum zweiten mal nach 2016 mit damals 90 974 unter die 100 000er Marke gerutscht. 2013 und 2014 wurden sogar jeweils über 140 000 Gäste gezählt. Das liegt aber auch an der Methodik: Die Schlossverwaltung registriert jene Gäste, die Karten für die Besichtigung der historischen Räume lösen, aber auch die Besucher von Veranstaltungen – Konzerte im Rittersaal, Firmenveranstaltungen im Gartensaal sowie Events im Ehrenhof. „Der Besuch bei Veranstaltungen ist immer schwankend und stark von äußeren Einflüssen abhängig“, so Harry Filsinger, Leiter der Mannheimer Schlossverwaltung. Da sei 2017 „ein Jahr mit etwas zugkräftigeren Ereignissen“ gewesen, verweist Filsinger auf die Show zum Rad-Jubiläum oder „Schloss in Flammen“.

Er kann auch gar nicht so viele Mietverträge abschließen wie er gerne möchte, denn der Ehrenhof ist seit längerer Zeit Baustelle. Zunächst wurde am Westflügel das moderne Konferenzzentrum der Mannheim Business School errichtet, am Ostflügel laufen die Arbeiten zur Sanierung von Aula, Katakomben und dem östlichen vorderen Eckturm. Durch die Bauzäune sind größere Veranstaltungen, etwa Open-Air-Konzerte mit mehr als 10 000 Zuhörern, seit 2016 nicht möglich.

Ab Rosenmontag geschlossen

Was die Schlossverwaltung freut: Die Zahl der Museumsbesucher steigt. 2015 waren es 31 812, im Folgejahr 33 204, dann 35 123 und nun zuletzt 36 590. „Eine zwar langsame, aber stetige Steigerung“, freut sich Filsinger. Im laufenden Jahr wird es aber einen Einbruch bei den Zahlen geben – denn ab Rosenmontag bis in den Januar 2020 sind wegen Sanierungsarbeiten an der Klimatechnik die acht historischen Räume der Beletage (außer Rittersaal) und das Museum im Erdgeschoss geschlossen.

„Ich gehe davon aus, dass 2020 mit der Wiedereröffnung des Schlosses die 100 000 wieder gut überschritten werden wird“, ist Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, optimistisch. Schließlich plant er mit Uta Coburger, der für Mannheim zuständigen Konservatorin, auch einige inhaltliche neue Akzente in den historischen Räumen.

Trotz der Bauarbeiten im Innern stehen aber drei große Veranstaltungen im Ehrenhof für dieses Jahr bereits fest. Am 20. Juli heißt es wieder „Schloss in Flammen“ beim – alle zwei Jahre stattfindenden – großen Klassik-Open-Air, am 10. August ist die Abschlusskundgebung vom Christopher Street Day und am 7. September steigt das große Schlossfest. Ministerpräsident Winfried Kretschmann kommt am 18. Mai, um – aber nur vor geladenen Gästen – die Verdienstorden des Landes in Mannheim zu verleihen.

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