Mannheim

Geburtstag Alt-Stadträtin Gertrud Lang wird 90 Jahre alt

Das „soziale Gewissen“ der CDU

Archivartikel

Gertrud Lang hat dem sozialen Gewissen der Mannheimer CDU jahrzehntelang ein Gesicht gegeben. Am Sonntag, 9. Februar, feiert die Altstadträtin ihren 90. Geburtstag – mit Weggefährten und der Großfamilie, zu der vier erwachsene Kinder, sieben Enkel und drei Urenkel gehören. „Nur mein Hermann ist nicht dabei – der fehlt mir“, gesteht die Jubilarin und erzählt, dass sie der Ehemann „bei allem“ unterstützt hat.

Ganz bewusst und mit Stolz kandidierte Gertrud Lang stets als Hausfrau und Mutter für den Gemeinderat, in den sie 1989 erstmals einzog. Zuvor hatte sie als Bezirksbeirätin kommunalpolitisch Erfahrung gesammelt und sich schon in jener Zeit vehement „für die Leit’“ eingesetzt. Bis 2004 blieb die Christdemokratin mit gesundem Menschenverstand und Herz für soziale Themen ein allseits respektiertes Mitglied des Stadtparlaments. Für Frauen hat sie die Stimme erhoben und sich folgerichtig 15 Jahre lang als Kreisvorsitzende der Frauen Union engagiert.

Mit Verdienstkreuz ausgezeichnet

Ob Nachbarschaftshilfe oder Gehörlosenverein, Gertrud Lang setzte sich für viele Organisationen ein – und dies beharrlich. Dafür wurde sie 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Als die Christdemokratin aus dem Gemeinderat ausschied, war es für sie selbstverständlich, älteren Mannheimern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Gertrud Lang hat zwar den Vorsitz im Seniorenrat abgegeben, als Ehrenvorsitzende fühlt sie sich der Einrichtung aber nach wie vor verbunden – zumal ihr Schwiegersohn Konrad Schlichter und Marianne Bade, beide langjährige Gemeinderatsmitglieder, im Vorstand die neue Doppelspitze bilden.

Den katholischen Verein Arbeit für Alle zur beruflichen Integration benachteiligter Jugendlicher hat Gertrud Lang von Anfang an gefördert. Deshalb beauftragte sie den angegliederten Catering-Service, die Geburtstagsfeier auszurichten. „Ich kann wieder Treppen hochgehen“, umschreibt die Jubilarin den Erfolg ihrer Knie-OP. „Und solang‘ mein Kopf funktioniert“, wolle sie auch mit 90 in ihrem geliebten Mannheim unterwegs sein. „Wenn man mich einlädt, komme ich.“ Jetzt soll erst einmal gefeiert werden. „Ich brauchte mich um nichts zu kümmern – meine Familie hat alles organisiert.“ (Bild: Blüthner)

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