Mannheim

Dauerhafte Unterstützung

Archivartikel

In einem sind sich Mannheims Bildungsbürgermeisterin Ulrike Freundlieb (SPD) und Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) einig: Die von der früheren Bundesministerin Johanna Wanka (CDU) im Oktober 2016 versprochenen fünf Milliarden Euro für den digitalen Ausbau an Schulen sind bislang ein leeres Versprechen geblieben. Eisenmann spricht davon, man sei „seit zwei Jahren in der Ankündigungsphase und keinen Schritt weiter“. Freundlieb formuliert noch sarkastischer, bis dato sei der Digitalpakt lediglich „eine Pressenotiz“.

Da freut es die für Mannheims Schulen verantwortliche Dezernentin umso mehr, dass der Bund auf einem anderen Gebiet nicht nur große Worte gemacht, sondern konkret gehandelt hat: Von den im vergangenen Jahr angekündigten 3,5 Milliarden Euro für die Sanierung von Schulen fließen rund 25 Millionen in die Quadratestadt. Das erlaubt es der Verwaltung, die Investitionen im Bildungsbereich deutlich zu erhöhen – insgesamt 124 Millionen sollen bis Ende 2021 ausgegeben werden.

Hoher Sanierungsstau

Das klingt viel, ist aber nur ein kleiner Teil dessen, was eigentlich nötig wäre. Ganztagsschulausbau, Brandschutz, Fassaden- und Dachsanierungen – und eben auch Gelder für die digitale und technische Infrastruktur: Ohne Probleme könnte Mannheim ein Mehrfaches der eingeplanten Gelder ausgeben. Dabei geht es den hiesigen Schulen, blickt man etwa nach Nordrhein-Westfalen, noch vergleichsweise gut. Aber eben nicht gut genug.

Ulrike Freundlieb erwartet deshalb vom Bund, dass das Förderprogramm 2017 keine Eintagsfliege bleibt. Sie erwartet das zu Recht. Landauf, landab betonen die Politiker, wie wichtig Bildung sei. Aber oft genug bleibt es bei Sonntagsreden. Angesichts des Sanierungsstaus an Schulen, den die Kreditanstalt für Wiederaufbau auf 48 Milliarden Euro schätzt, bedarf es dauerhafter Unterstützung durch Bund und Land. Das sollte angesichts eines Rekordüberschusses von fast 50 Milliarden Euro, den das Statistische Bundesamt jetzt meldete, doch kein Problem sein.

Zum Thema