Mannheim

Schwerpunktkontrollen Stadt kämpft vor allem in engen Quartieren wie der Neckarstadt gegen Verkehrssünder / Abschleppgebühr kostet bis zu 242 Euro

Denkzettel sollen Falschparker sensibilisieren

Mal ragt ein Autoheck in eine Kreuzung, mal müssen Fußgänger wegen eines Transporters auf dem Gehweg auf die Straße ausweichen, mal ist eine Feuerwehrzufahrt blockiert. Die Vergehen sind für Betroffene ärgerlich, mitunter sogar lebensgefährlich. Die Stadt hat Falschparkern deshalb den Kampf angesagt.

In mittlerweile sieben Abschleppaktionen hat die Verwaltung seit August 2018 mehr als 100 unrechtmäßig geparkte Fahrzeuge entfernen lassen, zuletzt im Februar in der Neckarstadt. „Natürlich freut sich niemand, wenn sein Auto mitgenommen wird, aber die Maßnahmen sind im Sinne der Verkehrssicherheit unbedingt erforderlich“, sagte Klaus Eberle, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, damals. Grundsätzlich sei die Stadt ohnehin rund um die Uhr aktiv. Durch Schwerpunktkontrollen wolle man aber potenzielle Falschparker noch stärker sensibilisieren und ihnen einen Denkzettel verpassen.

„Verkehrsregeln durchsetzen“

Muss der Abschleppwagen anrücken, werden je nach Tageszeit bis zu 242 Euro fällig. Hinzu kommt eine Verwaltungsgebühr von etwa 33 Euro. Kommt der Besitzer noch rechtzeitig zu seinem Auto zurück, muss er für die Leerfahrt des Abschleppwagens oder das Be- und Entladen zwischen 137 und 175 Euro bezahlen. Wird zusätzlich ein Verwarnungsgeld fällig, wird es je nach Verstoß noch einmal um 25 bis 35 Euro teuerer.

Erster Bürgermeister Christian Specht (CDU) betonte in der Vergangenheit mehrfach, dass die Stadt keine Einnahmen habe, wenn Autos abgeschleppt werden. Es gehe lediglich darum, die Verkehrsregeln im Stadtteil durchzusetzen.

In Mannheim stehen den Angaben der Stadt zufolge mehr als 9500 Stellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen zur Verfügung. Dazu kommen etwa 6800 öffentliche Stellplätze. Das Parken auf dem Gehweg ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen werden per Verkehrszeichen geregelt. Die Verkehrsbehörden in vielen Städten und Gemeinden tolerieren das sogenannte halbseitige Gehwegparken, sofern es konfliktfrei möglich ist.

Als Mindestmaß zur Duldung legt die Stadt für die Gehwege eine verbleibende Breite von einem Meter zugrunde. stp/lang