Mannheim

Der Juli hat keinen „Sommerknick“

Archivartikel

Mannheim.In vielen Agenturbezirken knickte der Arbeitsmarkt im Juli leicht ein, eine durchaus übliche Entwicklung in den Sommermonaten, versichern die Experten. In Mannheim freilich war das anders, die Zahl der Männer und Frauen ohne festen Job ging bei uns in der Stadt sogar - ganz leicht - zurück: Mit 8043 Menschen waren vier weniger arbeitslos gemeldet als noch im Juni. Eine statistisch minimale Veränderung zwar, doch eine einschneidende für die, die nicht mehr „stempeln“ gehen müssen.

Vier weniger, das lässt die Quote auf 4,8 Prozent verharren, doch der Vergleich mit dem Juli 2017 spricht eine deutliche Sprache. Damals standen 726 Männer und Frauen mehr ohne Job da als in diesem Juli, das ist ein Rückgang um mehr als acht Prozent. Die meisten der gegenwärtigen Arbeitslosen - es sind fast 5000 - beziehen Grundsicherung, im Volksmund Hartz IV, viele von ihnen sind länger arbeitslos oder haben andere Vermittlungshandicaps. Dennoch fanden 469 Menschen aus diesem Personenkreis im Juli eine neue Arbeitsstelle, 293 nahmen an Ausbildungs- oder sonstigen Maßnahmen teil.

Erfreulich ist die Entwicklung auf dem Stellenmarkt, hier legte der Agenturbezirk noch einmal zu: 4138 Arbeitsplätze waren zum Monatsende unbesetzt, das sind fast 600 mehr als im Juli 2017. Und auch der Zugang an offenen Stellen (rund 1100) lag im Juli 2018 ganz leicht über dem Vorjahreswert. Werfen wir einen Blick auf die Branchen, die derzeit viele Mitarbeiter suchen, dann steht wie immer die Zeitarbeit weit vorne. Im Juli meldeten die Arbeitnehmerüberlassungsunternehmen, so die korrekte Branchenbezeichnung, fast 2000 offene Stellen, rund 400 mehr als im Jahr zuvor. Besonders gefragt sind nach wie vor Fachkräfte in den Pflegeberufen, aber auch in der Lagerlogistik, im kaufmännischen Bereich oder in der Buchhaltung.

Der Lehrstellenmarkt ist angespannt, aber nicht wie früher für die Bewerber: 458 waren im Juli noch unversorgt, gleichzeitig suchten die Unternehmen noch 802 Auszubildende, also fast doppelt so viele. 

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