Mannheim

Der „MM“ täglich unter der Lupe

Archivartikel

10.30 Uhr, immer wochentags, Nachrichtenzentrale des „Mannheimer Morgen“. Blattkritik. Alle 73 Redakteure und acht Volontäre, die sich in Ausbildung zu Redakteuren befinden, dürfen – immer im Wechsel – die aktuelle Ausgabe dieser Zeitung bewerten und konstruktive Kritik üben. Eine Stoppuhr auf dem Tisch soll dafür sorgen, dass sich das Ganze nicht in die Länge zieht. Acht Minuten gelten als optimal. Die Prüfungskriterien? Kann im Prinzip jeder selbst festlegen.

Ziehen die Überschriften in den Text? Sind sie verstehbar? Ist der Textanfang informativ? Was machen andere Zeitungen dazu? Sind noch Fragen offen, die wir beantworten sollen? Gibt es einen herausragenenden Text? Oder ärgerliche Fehler? Passt die Bildauswahl, der Bildschnitt? Welche Themen müssen wir weiter bearbeiten? Ziel der Blattkritik ist es, aus den Fehlern zu lernen und immer etwas besser zu werden.

Um sich nicht vor lauter „Betriebsblindheit“ im Kreis zu drehen, holt sich die Redaktion auch Inspirationen und Anregungen von Kollegen aus dem ganzen Verlagshaus und den angeschlossenen Unternehmen der Mediengruppe Dr. Haas, der der „MM“ angehört. Immer dienstags stehen dann Mitarbeiter der Buchhaltung, des Marketings, des Anzeigenverkaufs, des Fernsehsenders RNF, der Sekretariate und vieler weiterer Bereiche im sogenannten Newsroom und sagen in der 10.30-Uhr-Konferenz, was ihnen gefallen oder nicht gefallen hat. In einem „Wiki“, einer internen Plattform, werden die wichtigsten Punkte aufgeschrieben – nachlesbar auch für die, die nicht bei der Konferenz waren.

Drei bis vier Mal im Jahr lädt die Redaktion auch Prominente und Leser zur „Blattkritik von außen“ ein. Diese Veranstaltungen besuchen dann 20 bis 30 Redakteure. Der nächste Gast von außen ist der Präsident des SV Waldhof Mannheim, Bernd Beetz. Er nimmt am 22. Juli den „MM“ unter die Lupe.