Mannheim

Persönliches Harry Filsinger war vier Jahrzehnte in der Kurpfalz

Der „Schlossherr“ geht in Ruhestand

Archivartikel

Seine Stimme wird brüchig, als er sich verabschiedet – schließlich ist das schon ein gewaltiger Einschnitt: 42 Berufsjahre enden nun für Harry Filsinger. Der langjährige Leiter der Mannheimer Schlossverwaltung tritt in den Ruhestand. Damit geht eine Institution, „denn er war einfach das Schloss Mannheim“, würdigte ihn sein oberster Chef, Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten.

„Wir wissen, was wir an ihm hatten“, so Hörrmann, „ohne ihn werden die Staatlichen Schlösser und Gärten anders werden“, zollte der Geschäftsführer seinem Mannheimer Statthalter hohe Anerkennung. „Professionalität, Kollegialität und große Unterstützung“ zeichneten ihn aus – und enormes Wissen, denn Filsinger war von Anfang an dabei.

Neue Organisation aufgebaut

Nach der Bundeswehrzeit in der Mannheimer Ludwig-Frank-Kaserne studierte der bekennende Kurpfälzer an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Als Diplom-Finanzwirt fing er 1982 beim Staatlichen Liegenschaftsamt Heidelberg an. Gleich mit der Gründung der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zählte er 1987 zu den Pionieren der neuen Organisation, baute zunächst die auch für die Burg Dilsberg zuständige Schlossverwaltung Heidelberg auf.

1993 übernahm er für das Staatliche Liegenschaftsamt ein Pilotprojekt zur Kosten-/Leistungsrechnung in der Verwaltung – am Beispiel von Schloss und Schlossgarten Schwetzingen. 2002 übernahm er dort die Leitung der Schlossverwaltung, 2011 kam er ins Schloss Mannheim.

Ein Berufsleben im Dienste der Schlösser also. „Ich hatte alles – Heidelberg als sehr großes, international bekanntes Monument, den Schwetzinger Schlossgarten als Naherholungsgebiet und Mannheim mit seinem kleinen Museum, aber sehr vielen Veranstaltungen“, blickt Filsinger zufrieden zurück.

Er habe seine Arbeit „immer sehr, sehr gerne gemacht“ und sich stets auf neue Herausforderungen eingelassen, in Mannheim etwa die Zusammenarbeit mit Studenten und der Universität. „Da habe ich auch mal umdenken müssen“, so der 63-jährige Vater von drei erwachsenen Kindern. Doch nun habe er sich entschieden, in den Ruhestand zu gehen – „gewollt, nicht müssend“. Seine neue Herausforderung sei jetzt eben, „den Ruhestand zu lernen“. Nachdem er sein Berufsleben den historischen Monumenten gewidmet habe, werde er nun „in das Lager der Besucher und Touristen wechseln“ – wobei er bei den Schlössern und Gärten immer willkommen ist, wie Hörrmann betonte.

Stellvertretend für viele Kollegen dankte Filsinger seiner langjährigen Mitarbeiterin Birgit Schröck-Schmidt, die über 20 Jahre in Heidelberg, Schwetzingen und zuletzt in Mannheim an seiner Seite war. Sie wird auch, bis ein Nachfolger feststeht, den Übergang alleine bewältigen müssen. „Dabei kann ich mir ein Schloss ohne Dich gar nicht vorstellen – ich bin glücklich, bei Dir dabei gewesen sein zu dürfen“, dankte sie ihm herzlich.

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