Mannheim

Corona-Krise Kleinbetriebe und Kultureinrichtungen fordern schnelle Hilfe der Stadt / Unterstützung für parteiübergreifende Initiative von vier Stadträten

Der Vorstoß „ist richtig und hilfreich“

Archivartikel

Beifall von vielen Seiten haben die vier Stadträte Thorsten Riehle (SPD), Chris Rihm (CDU), Holger Schmid (ML) und Markus Sprengler (Grüne) für ihre Forderung nach schneller, unbürokratischer Hilfe aus dem Rathaus für kleine Betriebe und Kulturschaffende bekommen.

„Ich war spontan begeistert“, so Kulturnetz-Chef Peter Baltruschat. Das „Schatzkistl“ bleibt bis Mitte Juni zu, viele andere von ihm und seinem Team organisierte Events entfallen, „wir haben also keinerlei Einnahmen“, verdeutlicht er: „Da ist es gut, wenn parteiübergreifend Hilfe angestoßen wird, denn es gibt immer eine Zeit nach der Krise, und da wollen wir ja auch eine bunte, vielfältige Stadt haben“, so Baltruschat.

„Richtig und hilfreich“ findet ebenso Manfred Schnabel, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar, den parteiübergreifenden Vorstoß, die Gewerbesteuervorauszahlung formlos zu stunden sowie einen städtischen Unterstützungsfonds einzurichten. Das sei „für viele Unternehmen überlebenswichtig“, so Schnabel, da die Umsetzung der Bundesprogramme einige Zeit benötige. „Vor allem kleine und mittlere Betriebe sowie Solo-Selbstständige benötigen jetzt schnell Geld, um die nächsten Wochen zu überstehen und die Arbeitsplätze zu sichern“, bestätigt Manfred Schnabel.

Neuer Gewerbeverein

Das bekräftigt Doris Kirsch vom Bund der Selbständigen (BDS): „Die Angst vieler kleiner und Kleinstunternehmen ist groß“, weiß sie: „Die lange Schließung der Geschäfte geht an die Substanz, aber Löhne und Mieten laufen weiter – das ist existenzbedrohend“, warnt Kirsch. Sie findet es daher „sehr gut, wenn sich da parteiübergreifend was tut und es nicht Monate dauert, sonst kann die Hilfe zu spät sein“, so Kirsch.

So äußert sich auch der gerade erst in Gründung befindliche Gewerbeverein Neckarstadt-West-Jungbusch. „Die Situation stellt Gastronomen, Kreativschaffende sowie Klein- und Einzelunternehmen vor existenzielle Herausforderungen“, heißt es in einer von über 30 Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen mit über 270 Angestellten unterzeichneten Erklärung. Sie begrüßen ausdrücklich die Initiative der vier Stadträte. Konkret fordern sie „ein weitreichendes Soforthilfepaket von der Stadt“, um „Unternehmen kleinster und mittlerer Größe durch die Krise zu retten und deren Fortbestand zu sichern“.

Dies könne durch einen Fixbetrag von 3000 Euro pro Unternehmen ohne Nachweispflicht sowie 1000 Euro pro Vollzeitangestelltem und 500 Euro pro Teilzeitkraft erfolgen, zudem Stundung von Mieten und Gewerbesteuer. An die Gastronomien appellieren die Unterzeichner, keine Arbeitnehmer zu entlassen sowie Kurzarbeit anzumelden, damit man das Leben „auch nach der Krise wieder aufrecht erhalten“ könne.

Die Mannheimer Liste (ML) hat sich den Vorstoß der vier Stadträte inzwischen zu eigen gemacht. „Nur mit raschen, gezielten Maßnahmen können größerer finanzielle und menschliche Katastrophen vermieden werden“, bekräftigt ML-Fraktionsvorsitzender Achim Weizel in einem Brief an Oberbürgermeister Peter Kurz die Forderungen. „Rasche und wirksame Hilfe tut not“, fordert Weizel. Die SPD-Gemeinderatsfraktion hat verlangt, „dass die Stadt schnell über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus und alle möglichen Unterstützungsmaßnahmen informiert“, so eine Mitteilung der Fraktion.

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