Mannheim

Stände Von Barrierefreiheit bis hin zu nachhaltiger Mode

Der Zukunft auf der Spur

Archivartikel

Beim Neujahrsempfang befragte sich eine „Stadt im Wandel“ nach den besten Zukunftsstrategien für das kommende gute Jahrzehnt. Dass der Weg in eine erfolgreiche Quadratestadt des Jahres 2030 bisweilen noch ein weiter ist, war dabei unverkennbar – dass es jedoch auch klare Pläne mit gut erkennbaren Strukturen gibt, sah man ebenso.

Einige von diesen Plänen hat Ursula Frenz fest im Blick – und gewiss nicht nur auf großformatige Poster gedruckt. Die Behindertenbeauftragte der Stadt organisiert das inklusive Leitbild der Stadt nicht nur, sie denkt es auch voraus. „Für eine echte Inklusivität brauchen wir eine räumliche Barrierefreiheit, aber auch eine in den Köpfen“, wie die Expertin im Gespräch betont und dafür durchaus Beispiele nennen kann.

Gleichberechtigte Teilhabe

Wenn die Planken und Haltestellen barrierefrei umgebaut werden, während die vielfach kritisierte Rhein-Neckar-Tram erneut auf Stufen setze („Das ist gut gedacht, muss man aber besser umsetzen können“), verspiele man die große Chance einer „selbstbestimmten gleichberechtigten Teilhabe für alle“, und das ohne jede Notwendigkeit. Zumal sich der Begriff von Barrierefreiheit ohnehin zunehmend verschiebe, wenn man sich erst in digitale Gefilde bewege. „Wir werden uns von Bauprojekten wie der Stadtbibliothek und erschwinglichen Wohnraum bis hin zur richtigen Sprache genau Gedanken machen müssen, welche Ressourcen wir für ein erstrebenswertes Miteinander investieren wollen“, stellt Frenz klar und blickt dabei doch zuversichtlich auf die kommenden Jahre: „Das Verständnis für jede Form des inklusiven Handelns ist massiv gestiegen.“

Mode, die bleibt

Der – durchaus auch moralische – Preis für die eigene Kleidung hat auch die Mannheimer Start-up-Unternehmerin Isabelle Kempf so lange umgetrieben, bis sie mit „umgekrempelt“ ihr eigenes „Slow Fashion“-Unternehmen gründete. Dem Zirkel aus schneller Produktion und noch schnellerem Verfall von Kleidung, die keine Saison mehr kennt, will sie ein neues, nachhaltiges Bewusstsein entgegenstellen. „Die beste Jeans ist die, die im Kleiderschrank hängt“, findet die überzeugte Mannheimerin, die selbst aus defekten Kleidungsstücken noch Mäppchen, Taschen und andere Accessoires fertigt. Zwar habe das T-Shirt bei ihr durchaus seinen Preis – „doch durch Zertifizierungen, persönliche Besuche in den Produktionsstätten und die verwendete Bio-Baumwolle weiß ich, dass ich mit gutem Gewissen ein Produkt kaufe, von dem die Erzeuger auch leben können.“

Die Mannheimer Kundschaft sei aus ihrer Sicht besonders offen für die neuen Konzepte der Nachhaltigkeit: „Meine Erfahrung ist, dass der Mannheimer von dem Nutzen einer Sache für ihn selbst erst einmal überzeugt werden will, aber wenn das geschafft ist, ist er eine treue Seele“, sagt Krempf.

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