Mannheim

Herzogenried Mehrstündiger Großeinsatz der Feuerwehr nach Brand bei einem Abschleppbetrieb / Straßen und Bahnlinie gesperrt

Dichter Rauch zieht in Wohngebiete

Archivartikel

Mannheim.Gegen 20 Uhr rückten die letzten Fahrzeuge ein: Mehr als vier Stunden beschäftigte ein Großbrand im Herzogenried am Montag die Feuerwehr. Der Sachschaden wird auf 150 000 Euro geschätzt. Die Brandursache ist noch unklar. Ein Arbeiter der Firma wurde leicht verletzt.

Es ist gegen 15.45 Uhr, als der Alarm bei der Feuerwehr eintrifft, wonach es bei einem auf Entsorgung von Alt- und Unfallwagen spezialisierten Abschleppbetrieb in der Hafenbahnstraße brennt. Zunächst ist von einer Lagerhalle die Rede. Aber die Flammen schlagen aus einer Werkstatt und einem Überseecontainer für Metallschrott, dehnen sich – durch den starken Wind angefacht – schnell aus, erfassen angrenzende Lager und Wechselbrücken, also austauschbare Lkw-Ladungsträger.

„Bei der Anfahrt war die Rauchwolke weithin sichtbar, und das Feuer hat sich schnell ausgebreitet“, so Andreas Schmitt, der Einsatzleiter in der Erstphase. Er startet dann einen, wie er sagt, „massiven Löschangriff“. Von zwei Drehleitern aus prasseln große Mengen Wasser in die Flammen, dazu aus zahlreichen Strahlrohren. Rund 100 Einsatzkräfte von der Berufsfeuerwehr und sechs Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr sind aufgeboten.

„Schwierig“, seufzt zwischendurch Karlheinz Gremm, der Kommandant der Feuerwehr – denn zunächst ist unklar, was sich in den Containern befindet, ob es Schadstoffe sind oder Kunststoff-Autoteile, die lange intensiv brennen. Doch nach etwa zwei Stunden atmet er auf: „Brand unter Kontrolle“, meldet Gremm da. Er breitet sich nicht aus, aber Flammen und Glutnester gibt es weiter. Da die mit Schrott beladenen Regalreihen einsturzgefährdet sind, können die Einsatzkräfte nicht ins Innere. Erst nach 19 Uhr heißt es endgültig „Feuer gelöscht“.

Zudem Sturmschäden

Bis dahin wabert dichter Qualm, teils mit beißendem Geruch, durch die angrenzenden Gebiete. Die Polizei sperrt daher die Hafenbahnstraße und die Straße „Am Herrenried“, der Verkehr auf der hier verlaufenden Güterbahnstrecke wird unterbrochen. Da der Qualm über das Benz-Werk hinweg in die nördlichen Stadtteile zieht, fordert die Stadt über die Katastrophen-Warn-Apps Katwarn und Nina die Anwohner auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Klimaanlagen abzuschalten. Im Benz-Werk selbst macht das die Werkfeuerwehr. Zugleich starten Umweltexperten der Feuerwehr zu Messfahrten. „Aber es gibt keine Gefahr für die Bevölkerung“, beruhigt Schmitt, als deren Daten vorliegen.

Weil am Abend dann auch noch Sturmschäden gemeldet werden, sind zwischendurch sämtliche verfügbaren Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr im Einsatz.

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