Mannheim

Erkennen Sie Mannheim (Auflösung Folge 130) Gesucht war ein altes Kino an der Wachenburgstraße / Heutiger Besitzer meldet sich

"Dick und Doof" auf dem Pfingstberg

Mannheim.Erkennen, das war in dieser Folge unserer Serie nicht sonderlich schwer - schließlich zeigt das historische Foto ein Gebäude, an dessen Giebel groß der Name steht. Die "Rio Lichtspiele" waren eines der vielen Mannheimer Kinos. Zuhause war das Kino in der Wachenburgstraße 194 auf dem Pfingstberg ganz im Süden der Stadt, und hier steht das Gebäude - ohne den kleinen Vorbau - auch heute noch.

"Ich selbst war auch zwei bis drei mal in diesem Kino", schreibt uns "MM"-Leser Klaus Hinkel. Und er berichtet auch, wie es dazu kam: "Meine Eltern bauten im Pfingstberg Anfang der 60er Jahre an einem Haus. Viel Einsatz war durch die sogenannte Muskelhypothek gefordert. Selbst die Bausteine wurden selbst gegossen!" Die Kinder habe man mitgenommen, dann durften sie aber das eine oder andere Mal zur Unterhaltung ins "Rio".

Mitte der 1950er Jahre entstand die historische Aufnahme des Stadtarchivs, die Zeit des kleinen Vorstadtkinos ging da schon ihrem Ende entgegen. "Das Kino wurde etwa in den Jahren 1961 oder 1962 geschlossen", schreibt Manfred Hexamer, "der Standort war zu abgelegen und ohne Fahrzeug nur schlecht zu erreichen." Selbst er als "jugendlicher Kinofreak" sei nur wenige Male dort gewesen, weil in der Innenstadt keine interessanten Filme liefen.

"Der Besitzer war Herr Wind - dessen Sohn wohnt noch im Haus daneben. Für uns Kinder war es in den 50er Jahren was Tolles, wenn wir Sonntagmittag für 50 Pfennige ins Kino durften. Wenn ,Dick und Doof'-Filme liefen, konnte man die Leute bis in die Sommerstraße lachen hören", schreibt Erika Schmaltz. "Danke für das tolle Bild und die Erinnerung daran, dass ich damals die ersten Liebesfilme sehen konnte. Bei jedem Kuss hat die Menge getobt", erzählt uns die Mannheimerin weiter.

Anfang der 90er Jahre gekauft

Aus Waldmichelbach schreibt Gerd Volprecht. Er hat als Kind im Nachbarhaus auf dem Pfingtsberg gewohnt. "Von unserem Balkon schauten wir direkt auf die Hofseite des Kinos. Ab und zu durften wir Kinder, damals elf bis zwölf Jahre alt, kostenlos nachmittags rein, so als Entschädigung für unsere Eltern, die sich vom Balkon aus alle Filme anhören mussten. Heute mit 71 Jahren erinnere ich mich gerne an diese Zeit."

Das Haus in der Wachenburgstraße, der Verbindungsachse zwischen den Stadtteilen Rheinau und Seckenheim, kommt auch Uwe Grohmann bekannt vor, ziemlich sogar - es ist seines. "Das Gebäude mit Grundstück wurde von mir Anfang der neunziger Jahre in einem stark verwahrlosten Zustand erworben, als Büroräume mit Lager ausgebaut und saniert", schreibt Grohmann. "Den Originalzustand vom Kino, wie in Ihrer Ausgabe abgebildet, habe ich noch nie gesehen." Gelesen hat er die Ausgabe übrigens im Internet, da der Altriper sich zurzeit in Spanien aufhält.

Auch ein guter Freund von Uwe Grohmann, Gerhard Kachel aus Brühl-Rohrhof kennt nur das umgebaute Kino. "In besonderer Erinnerung sind mir die heute noch vorhandenen imposanten Kinoscheinwerfer im Kinosaal (jetzt als Lager genutzt) geblieben."

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