Mannheim

Besonderer Tag Grünen-Vertreterin Nina Wellenreuther ist mit 22 Jahren das jüngste Mitglied des neuen Gremiums – so erlebt sie die erste Sitzung

Die Familie ist oben auf der Empore dabei

Archivartikel

Am Abend vor ihrer ersten Gemeinderatssitzung steht für Nina Wellenreuther noch ein Treffen ihrer Grünen-Fraktion an. Letzte Vorbereitungen. Am Tag selbst geht sie dann früh zur Arbeit – schließlich will sie spätestens um 15.30 Uhr Feierabend machen, damit sie rechtzeitig um 16 Uhr im Stadthaus sein kann, wo dann auch Eltern, Großeltern und andere Verwandte auf der Empore sitzen.

Mit 22 Jahren ist die Grünen-Vertreterin aus Seckenheim die jüngste Stadträtin im neuen Gremium. Sie sei „total gespannt“, sagt die junge Frau vor der Sitzung. „Und ich freue mich, dass es losgeht.“ Seit der Wahl im Mai sei sie bei Terminen schon als Stadträtin angesprochen worden. „Aber ich war eben noch gar nicht im Amt.“ Im Ratssaal sitzt sie in der dritten Reihe, teilt sich einen Zweiertisch mit Deniz Gedik, auch der 23-Jährige ist für die Grünen neu im Gremium.

Oberbürgermeister Peter Kurz verliest die Verpflichtungsformel. Nina Wellenreuther muss außerdem die Verpflichtungsurkunde unterzeichnen, die an ihrem Platz bereitliegt. Dann ist sie offiziell Stadträtin. Für ihre Fraktion – auch das wird in dieser ersten Sitzung bestimmt – arbeitet sie im Sportausschuss mit. Außerdem wird sie eine der Stadträte in den Aufsichtsgremien für Bundesgartenschau, Event & Promotion, Planetarium und Leihamt sein und darüber hinaus in der Versammlung des Nachbarschaftsverbands Heidelberg-Mannheim sitzen.

Vorschlag: Live-Übertragung

Sitzungen besuchen, Verwaltungsvorlagen lesen, Vor-Ort-Termine wahrnehmen – dass Nina Wellenreuther künftig weniger Freizeit hat, das war ihr schon bei ihrer Kandidatur klar. Aber darin sieht sie kein Problem. „Ich bin jemand, der die Zeit gerne sinnvoll nutzt“, sagt die ausgebildete Medienkauffrau, die bei der Mediengruppe Dr. Haas arbeitet. „Ich bin in meiner Freizeit ohnehin viel unterwegs in Seckenheim und Friedrichsfeld. Und ich finde es auch super spannend zu sehen, was in der Stadt los ist.“ Ob es nun um die Entwicklung auf den Konversionsflächen oder die Umsetzung des Mannheimer Leitbildes für mehr Nachhaltigkeit gehe. „Ich will jungen Menschen zeigen, dass Politik auch was für junge Menschen ist.“

Die Bilanz ihrer ersten Sitzung fällt für Nina Wellenreuther positiv aus. Sie freue sich, dass so viele Bürger zur Sitzung gekommen seien, sagt sie. „Ich hoffe zukünftig auf noch mehr Zuschauerinnen und Zuschauer, weil Kommunalpolitik viel mehr Mannheimrinnen und Mannheimer angeht.“ Einen Vorschlag hat sie dafür auch schon: Live-Übertragungen. „Das erleichtert für viele das Verfolgen unserer Sitzungen.“

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